Berichte

1.10.16 Ciao bella Italia!

Die letzten 3 Wochen in der Casa Cares habe ich noch mit arbeiten verbracht. Allerdings war es nicht so anstrengend, weil keine großen Gruppen da waren. Außerdem haben mich noch kurz vor Ende zwei Freundinnen aus Deutschland besucht, was für mich ein echt schöner Abschluss war. Die zwei Tage vor der Abreise habe ich frei bekommen, um meine ganzen Sachen (krass, wie viel sich in so einem Jahr sammelt) zusammenpacken zu können und diverse Spezialitäten zum Mitnehmen zu kaufen.
Und dann war plötzlich der Tag der Abreise gekommen. Auf einmal wurde mir klar, dass ich mich jetzt endgültig von den Leuten verabschieden werde. Auch wenn mir das schon wochenlang bewusst war, hab ich es erst in dem Moment wirklich realisiert. Mit einem Sack voller Erfahrungen, Erlebnissen, Begegnungen und Eindrücken bin ich also von Casa Cares, meiner Heimat für ein Jahr, wieder zurück nach Deutschland gefahren.
Zuhause angekommen hatte ich eigentlich nur einen Tag Pause, bevor der Stress mit Wohnungssuche und allem, was dazu gehört, anfing. Doch ich hab mich sehr gefreut, wieder in (der richtigen?) Heimat zu sein und Zeit mit Freunden verbringen zu können. In der ersten Zeit ist mir auch aufgefallen, wie sehr sich Deutschland doch von Italien unterscheidet. An manches konnte ich mir nur schwer und langsam wieder gewöhnen, von anderem war ich sofort begeistert. Wahrscheinlich wird ein Teil von mir immer italienisch bleiben 😀
Vom 12.9.-16.9. hatte ich dann mein Rückkehrerseminar, auf das ich mich schon sehr lange gefreut habe. Denn dann konnte ich endlich Franzi, Jan, Sophia und Niclas wiedersehen! Es waren ein paar richtig tolle Tage, das Wetter war super, wir haben gegrillt und uns ganz viele Bilder von unserem Jahr im Ausland angeschaut. Außerdem hat es gut getan, mit Leuten reden zu können, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie ich.
Nun ist schon wieder ein Monat vergangen und nächste Woche beginnt auch schon ein neuer Lebensabschnitt, nämlich die Uni! Ich bin schon sehr gespannt; es wird auf jeden Fall ganz anders werden als letztes Jahr.

Wie wahrscheinlich schon manche von euch wissen, wurden wir von unserer Organisation schon vor Beginn des Freiwilligenjahres gebeten, Spenden zu sammeln. Leider sind immer noch nicht genug Spenden eingetroffen, um anderen jungen Menschen ein solches Auslandsjahr finanzieren zu können. Ich möchte euch deshalb ganz herzlich bitten, euch daran zu beteiligen, um einen Beitrag für diese gute Sache, nämlich dass junge Menschen ins Ausland gehen können und somit Freundschaften über Grenzen hinaus geknüpft werden, zu unterstützen. Vielen Dank!

Wenn ihr etwas spendet, ist es wichtig, dass ihr in den Betreff nicht meinen oder einen anderen Namen schreibt, ansonsten kommt die Spende nicht an. Außerdem sagt mit bitte persönlich oder über einen anderen Weg eure Adresse, damit eine Spendenquittung an euch geschickt werden kann.


Empfänger:  Evangelische Freiwilligendienste Diakonie Hessen

Bank: Evangelische Kreditgenossenschaft
IBAN: DE83520604100104002008
BIC: GENODEF1EK1

Verwendungszweck: Internationale Freiwilligendienste


 

6.8.16 Und plötzlich sind es nur noch 3 Wochen..

Kaum zu glauben, dass das Jahr schon fast vorbei ist. Die letzten Wochen sind so schnell vergangen, dass ich jegliches Zeitgefühl verloren habe. Also heißt es jetzt: versuchen, alles zu machen, was ich noch machen möchte (was ziemlich viel ist und ich wahrscheinlich nicht alles schaffen werde in der kurzen Zeit 😀 ), eine Liste schreiben mit den Dingen, die ich aus Italien mitbringen soll und natürlich noch das gute Wetter in vollen Zügen genießen.
Die letzten Wochen war meine Familie im Urlaub hier in Italien. Auch ich habe eine Woche Urlaub genommen, um mit ihnen zusammen in den Süden zu fahren und meine Großeltern in der Basilikata zu besuchen. Es war sehr schön, sie mal wieder zu sehen und mich jetzt mit ihnen unterhalten zu können. 

14.7.16 Es ist Sommer!

Seit Mitte Juni ist es hier jetzt richtig warm und sonnig. Die letzten Wochen hat es auch nur einmal kurz geregnet und die Temperaturen betragen meist um die 30-35 Grad. So langsam hinterlässt die Hitze auch ihre Spuren in Form von braunem Gras und staubtrockener Luft. Und Mücken. Viel zu vielen Mücken. Die erste Woche hab ich die Wärme sehr genossen, weil es eine nette Abwechslung zu dem ganzen Regen und Gewitter davor war. Allerdings wird es auf Dauer doch anstrengend, bei den Temperaturen zu arbeiten – vor allem draußen. Inzwischen ist die Sonne so stark, dass ich mich von 11-16 Uhr am liebsten irgendwo drinnen in Kühlen verkrieche. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn man so viele Leute zu Gast hat. Denn da stand ich fast jeden Tag auch mittags in der Küche, die von uns liebevoll ‚die Sauna‘ genannt wird, um den Abwasch zu machen. Die erste 60er Gruppe kam Ende Juni von einer Steiner-Schule aus der Schweiz für eine zweiwöchige Kunstfahrt. Es war wirklich viel Arbeit, vor allem Abwasch, aber sie waren sehr nett und hilfsbereit, sodass es auch Spaß gemacht hat 🙂 Außerdem konnten ein paar von ihnen Volleyball spielen, was mich natürlich sehr gefreut hat. Nach dieser Riesengruppe hatten wir erstmal ein gästefreies Wochenende und danach eine Woche ‚Verschnaufspause‘, da nur eine kleine Gruppe italienischer Kinder hier war. Danach kam nochmal eine Gruppe mit 63 Personen, diesmal aus Deutschland, sogar recht aus der Nähe zu meiner Heimat. Diesmal war es ein Schulchor, sprich man hatte immer mal wieder ein bisschen musikalische Untermalung beim Arbeiten. Auch diese Gruppe hat uns weniger Arbeit gemacht, was ich bei der Anzahl davor nicht gedacht hätte. Aber uns spart es schon deutlich Zeit, wenn noch andere Leute zum Beispiel beim Tische decken für das nächste Essen helfen.
Aber jetzt mal etwas anderes als Arbeit. Dieses Wetter ist natürlich ideal, um an einem freien Tag ans Meer zu fahren. Das hab ich auch zwei mal gemacht bis jetzt. Leider tatsächlich nur zwei mal, weil es mindestens 2 1/2 Stunden bis ans Meer dauert und das dann schon eine weite Fahrt ist. Doch es hat sich trotzdem unglaublich gelohnt 🙂
Samstag kommt meine Familie hier zu Besuch für einen Tag, danach machen sie Urlaub am Meer. Somit werde ich dann bald nochmal am Strand sein und auch nicht alleine.
Und zu der Frage: Was kommt nach diesem Jahr? Ich habe mich an mehreren Unis in Deutschland für Biologie beworben und hab tatsächlich schon eine Zusage für Marburg! 🙂 Das bedeutet, dass ich zurzeit viele Stunden meiner Freizeit damit beschäftigt bin, eine Wohnung zu suchen und so weiter.
Das Zusammenleben mit den Syrern funktioniert meiner Meinung nach immer besser. Vielleicht auch deshalb, weil sie inzwischen ein bisschen italienisch gelernt haben und man sich so besser verständigen kann. So sitzt man abends bei einer Tasse Kaffee zusammen und hört ihnen beim arabisch sprechen zu, was ich extrem interessant finde, oder man redet miteinander, was dank Übersetzungsapps leichter geht. Es ist auch schön, dass sie uns inzwischen bei der Arbeit helfen dürfen. Sie freuen sich, etwas machen zu können und uns bringt das natürlich auch sehr viel, weil wir zurzeit so wenige Arbeiter sind.
Und jetzt sind es nur noch anderthalb Monate, bis es für mich wieder nach Germania geht..

5.6.16 Amerikaner ohne Internet?

Und schon wieder ist ein Monat voller interessanter Gäste und neuen Erlebnissen vorbei! Von Ende April bis Ende Mai war eine dänische Frau bei uns zu Gast. Da wir sonst nur recht wenige Gäste hatten und sie Veganerin ist, hatten wir in dieser Zeit die Möglichkeit, uns kulinarisch kreativ auszutoben. Und ich muss sagen, dass ein paar wirklich leckere Sachen dabei waren. Doch zum Grillen gehört für mich dann doch noch das Fleisch dazu.. 😀
Zurzeit ist schon die dritte Gruppe Amerikaner zu Gast. Die erste war mit zehn Mitgliedern sehr entspannend klein. Doch am 20. Mai ist diese Gruppe gegangen und noch am gleichen Nachmittag eine Gruppe mit 45 (!!) Mitgliedern angereist. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie häufig wir mit dem Trecker von der Straße zur Villa hochfahren mussten, um das Gepäck zu verfrachten.Da sie ganze zwei Wochen bei uns geblieben sind, hatte jeder gefühlt mindestens zwei Koffer voller Backsteine dabei^^ Aber es war eine sehr liebe Gruppe. Es haben sich viele für meinen Freiwilligendienst interessiert (eine will sogar nächstes Jahr ihre Tochter hierher „schicken“) oder sich auch so einfach mal mit mir unterhalten. Unglücklicherweise gab es gleich am Anfang ihres Aufenthaltes ein großes Gewitter und dabei hat sich das sowieso schon recht labile WLan dann endgültig verabschiedet. Das war natürlich DIE Katastrophe schlechthin, weil manche Profs Fernkurse gegeben haben und das dann halt nicht ging. Deshalb war die erste Frage jeden Morgen für die nächsten vier Tage: „Is the internet working again?“ Der Abschied am Freitag ist mir schon recht schwer gefallen. Ich wurde sogar eingeladen, sie in New Orleans, Ohio, Alabama und sonst wo zu besuchen, sprich meine Übernachtungen für eine eventuelle USA-Reise wären schon mal gesichert 😀  Was außerdem jetzt für uns Freiwillige hier gesichert ist, ist jeglicher Bedarf an Kosmetikprodukten. Davon haben sie uns nämlich einen ganzen Wäschekorb voll hier gelassen 😀
Nach dem Abschied hieß es dann ran an die Arbeit! Ein ganzes Haus hat auf uns gewartet, geputzt und für die nächste Gruppe vorbereitet zu werden, die schon ein paar Stunden später angekommen ist. Da war ich dann echt froh, als der Tag vorbei war.
Ansonsten ist recht viel Arbeit, vor allem im Garten, die letzten Wochen auf der Strecke liegen geblieben, weil entweder so viel im Haus zu erledigen war oder es mal wieder geregnet hat. Deshalb sind wir inzwischen schon von einem halben Dschungel umgeben, weil das Gras immer noch nicht geschnitten wurde. Wir überlegen inzwischen, uns Schafe dafür anzulegen 😀

And here is the first English post!

As some of you might not understand German I will try my best to translate this last post. 
The last month passed by really quickly. At the beginning of may we had a Danish woman as our guest. This very friendly lady was vegan so we had a little and creative cooking challenge 😉 
Now we have got already the third American group in a row, but let’s start with the first one. It was a nice tiny group of 10 students, which was fortunately very relaxing. Because at the 20th may came a large group consisting of both students and profs. A few of them we already knew so it was nice to see them again. After we had carried up all of their luggage ( felt like 100 suitcases filled with brickstones 😀 ) it was time for dinner. After about 15 minutes the whole salad was already finished so there was a little  stress and panic in the kitchen 😀 But this was a really nice group – the best we has so far of course 😉 – ‚cause they were helping setting the tables for the next meal and were really interested in my volunteer service here and Italian culture in general. It was the first group that really invited us taking park at their free time, like sitting at the bonfire or playing cards. And they promised me to send us some marshmallows to make smurf because you can’t by them in Italy. That’s so sweet guys! 😀 Saying goodbye was really hard and I hope I get the chance to visit you all in the US some day! 🙂
Saluti a tutti!

4.5.16 Urlaub auf Sizilien

Dieser Bericht ist mal etwas detaillierter, aber ich habe so viele schöne Dinge erlebt und gesehen, die ich euch erzählen möchte.

Vom 23.4. bis zum 2.5. habe ich mit Natascha und zwei weiteren Freiwilligen Urlaub auf Sizilien gemacht. Das es vor dem Abflug in Florenz in Strömen geregnet hat, ist uns der kurze Abschied von der Toskana nicht sonderlich schwer gefallen. Als wir abends in Catania gelandet sind, war es zwar nicht so sommerlich warm, wie wir uns es vorgestellt haben, aber immerhin trocken. Also sind wir dann mit unserem Mietauto (sehr weise Entscheidung, weil öffentliche Verkehrsmittel auf Sizilien eher Mangelware sind), zu unserem ersten Reiseziel Vittoria gefahren. Dort arbeiten und wohnen zwei weitere Freiwillige aus Deutschland, bei denen wir für ein paar Tage bleiben und bei ihnen übernachten konnten. So haben wir uns am nächsten Tag, meinem Geburtstag, die Stadt angeschaut, Arancini (frittierte Reisbällchen mit Füllung) gegessen, einen Spaziergang im Bergziegenmodus gemacht, haben am Strand gepicknickt und waren abends noch andere Freiwillige in Scicli besuchen. Das war für mich ein ganz ungewöhnlicher, aber trotzdem schöner und vor allem ereignisreicher Geburtstag 🙂
Am nächsten Tag sind wir zuerst zu der ‚Scala dei turchi‘ gefahren. Das ist ein ziemlich auffällig aussehender Felshang direkt am Meer aus fast weißem Gestein. Schon nach dem Hinweg am Strand hatten wir vom Wind das eine oder andere Sandkorn ins Gesicht gewirbelt bekommen, doch oben auf den Felsen hat ein so unglaublich starker Wind geweht, dass man sich dagegen anlehnen konnte, bzw. musste. Am Nachmittag sind wir dann nach Agrigento weitergefahren. Dort gibt es eine riesige archäologische Ausstellung antiker griechischer Tempel. Nach vielen Bildern mit vielen alten Steinen haben wir uns dann schließlich auf den Weg nach Riesi gemacht. Dort waren zu einem Grillfest eingeladen worden. Das dumme war nur, dass dieses Fest mittags und nicht abends stattgefunden hat und somit niemand mehr da war.
Den Tag darauf haben wir uns Ragusa Ibla, eine wunderschöne Altstadt mit Barockhäusern, und später noch Modica angeschaut. Die zweite Stadt ist für seine Schokolade bekannt, die nur aus Kakaopulver und Zucker hergestellt wird – ziemlich lecker! 😀
Mittwoch sind wir dann in die Hauptstadt Palermo gefahren. Auch dort sind Freiwillige, bei denen wir wieder übernachten durften. Mit ein paar von ihnen sind wir dann abends noch feiern gegangen (trotz mitten in der Woche). 24 Stunden und 17 Kilometer später haben wir die verschiedensten Ecken der Stadt, den großen Markt, den Hafen, das Theater und die beste Eisdiele gesehen.
Freitag Morgen sind wir dann schon weitergefahren. Da wir uns noch ein bisschen das Land im Nordosten anschauen wollten, haben wir die Autobahn in der Nähe zum Meer genommen und mittags in Taormina Halt gemacht. Dort waren wir bei der ‚Isola Bella‘ am Strand und ich finde dieser Ort ist ein kleines Stückchen Paradies: exotische Blumen, türkises Wasser, Sonne..:) Vollgetankt mit Sonne sind wir weiter nach Scicli gefahren, wo wir zwei Nächte übernachtet haben.
Samstag sind wir von dort aus nach Sirakusa gefahren, was mal eine griechische Handalsstadt war. Dort haben wir uns zuerst antike Amphitheater angeschaut und waren im ‚Ohr von Dyonisos‘ (Grotte mit ziemlich guter Akustik). Danach sind wir durch die Stadt zur anliegenden Halbinsel Ortiga gegangen. Auch dort war das Meer richtig türkis, doch war leider keine Zeit zum Baden. Abends haben wir uns noch mit ein paar anderen Freiwilligen am Strand in der Nähe von Scicli getroffen. Es wurde dann irgendwann trotz kleinem Lagerfeuer echt frisch. Selbst auf Sizilien ist halt noch nicht Sommer^^
An unserem letzten richtigen Tag sind wir zurück nach Catania gefahren. Da es aber erstmal geregnet hat, sind wir trotz Feiertag erstmal von Geschäft zu Geschäft und haben danach unsere Stadtbesichtigung weitergeführt. Es gab recht viele graue oder schwarze Häuser, was entweder am Staub vom Etna kommt, der in der Nähe ist, oder weil teilweise auch Lavastein verbaut wurde.
Leicht müde vom Programm der letzten Tage haben wir uns dann Montag Morgen aus den Betten gequält und sind wieder zurück geflogen.

Sizilien hat mir echt richtig gut gefallen und ich wäre gern noch länger dort geblieben. Die Landschaft ist ganz anders. Überall gibt es Berge, Palmen und Kakteen. Und schon jetzt Anfang Mai war es schon sehr trocken. Die Menschen waren unglaublich offen und freundlich und ich habe mich tatsächlich groß gefühlt, was bei meiner Körpergröße selten der Fall ist 😀 Ich werde hoffentlich bald nochmal dorthin können, um mir noch mehr von der Insel anzusehen.

19.4.16 Es wird wärmer

Die Zeit rennt! Deshalb gibt es jetzt mal wieder einen Monatsrückblick.
Da Ende März Ostern war, haben wir in der Woche vorher Eier ausgeblasen, bemalt, besprüht, beklebt und in jeder anderen Art und Weise verziert. Und das Ergebnis konnte sich eindeutig zeigen lassen. Ostern selbst war recht arbeitsintensiv, weil wieder eine Gruppe Amerikaner zu Besuch da war, aber wir haben trotzdem noch unser eigenes Osterfest mit Freunden und Bekannten am Sonntag veranstalten können. Zusammenfassung: zu viel leckeres Essen 😀
Anfang April hat mich dann eine Freundin aus Deutschland für eine Woche besucht. Ich hatte mir dafür frei genommen, also sind wir jeden Tag irgendwo hingefahren. Außerdem hat das Wetter perfekt mitgespielt, sodass wir nur Sonnenschein hatten. Es war wirklich schön, mal wieder ein vertrautes Gesicht bei sich zu haben und ihr hier alles zeigen zu können. 🙂
Nachdem sie wieder abgereist ist, bin ich erstmal schön krank geworden. Auch italienische Ärzte verschreiben gerne Antibiotika, also stand ich 3 Tage unter Drogen. Doch es hat anscheinend geholfen, denn danach ging es mir wieder gut. Letztes Wochenende war eine italienische Yoga-Gruppe hier, die definitiv erwähnenswert ist: Neben Sojajoghurt und Reismilch haben sie so viel Salat gegessen, dass für ihr letztes Essen kaum welcher übrig war. Im Juni werden wir nochmal das Vergnügen mit ihnen haben..:D
Jetzt muss ziemlich viel draußen im Garten gearbeitet werden. Entweder müssen Samen gesät, Setzlinge eingepflanzt oder Acker umgegraben werden. Es wird  auf jeden Fall wieder viel Obst und Gemüse im Sommer geben. Außerdem haben wir jetzt auch eine Kräuter-Schlange, die noch eingemauert wird. Es gibt also mal wieder genug zu tun.
Die nächsten Tage heißt es dann Koffer packen, denn es geht in den Urlaub nach Sizilien! 🙂

13.3.16 Was den letzten Monat alles passiert ist

Am Wochenende vom 20. und 21.2. haben Natascha und ich eine kleine Städterundfahrt gemacht. Als erstes ging es nach Bologna, was in der Nachbarregion Emilia Romagna liegt. Bologna ist eine wunderschöne Stadt, natürlich auch mit vielen großen Gebäuden mit Arkadengängen und Plätzen, aber nicht so streng angelegt wie Florenz. Außerdem sind die Häuser in verschiedensten warmen Farben gestrichen, was irgendwie ein bisschen mehr Leben gibt. Doch am meisten Leben bekommt die Stadt durch die vielen jungen Menschen, die dort in den Universitäten studieren. Dementsprechend gibt es auch etliche Bars und Druckgeschäfte 😀
Abends sind wir dann mit dem Zug weiter nach Faenza gefahren, wo mein Onkel mit Familie lebt. Der eigentliche Hintergrund unser Reise war nämlich, dass meine Eltern ein Auto in Deutschland für mich gekauft haben und mein Onkel just in dem Moment in Deutschland war und das Auto dann nach Italien gefahren hat 😀 Das Auto erleichtert es uns so ungemein, etwas zu unternehmen. Denn wir haben häufiger sonntags frei, dort fährt aber kein Bus.
Für mich war es auch sehr schön, meine Verwandtschaft mal wieder zu sehen und ein bisschen Zeit mit ihnen zu verbringen. Am Sonntag sind wir vor unserer Rückreise noch in die Stadt gelaufen, um sie uns ein bisschen anzuschauen. Es gibt einen ziemlich schönen grßen Hauptplatz und viele Geschäfte, die bemalte Keramikteller oder andere Sachen aus Keramik verkaufen. Allerdings waren sie alle geschlossen, weil ja Sonntag war^^ Danach sind wir wieder zurück gefahren, durften dabei durch gefühlt 100 Tunnel fahren und saftig Autobahngebühr bezahlen, aber waren glücklich, ab jetzt mit dem Auto so unabhängig zu sein 🙂
Da es dann irgendwann hieß, dass die Flüchtlinge jeden Moment ankommen könnten, sind wir noch umgezogen, bevor die amerikanischen Gäste ankamen. Ansonsten hätten wir das zeitlich wahrscheinlich gar nicht hinbekommen. Also haben Natascha und ich all unser Zeug aus unseren Zimmern zusammengepackt und sind in ein Zimmer in der Wohnung des Gärtners eingezogen. Achja, davor mussten wir natürlich noch alle Möbel, die wir brauchten, sprich Betten, Schränke, usw. in unser neues Zimmer verfrachten. Die kleine Tochter des Gärtners hat uns dabei fleißig geholfen, indem sie jede Schublade und Tasche geöffnet hat, um sich den Inhalt genau (bei den Keksen seeehr genau 😀 ) anzuschauen. Dank dieser Hilfe hat sich der Umzug eine knappe Stunde mehr in die Länge gezogen, aber wir waren erstaunt, wie schnell es dann doch ging. Vor allem aber, dass wir unsere ganzen Sachen aus zwei Zimmern in einem gemeinsamen Zimmer unter bekommen haben! Und es ist auch richtig gemütlich geworden. Was auch gut ist, denn es war die ersten zwei Wochen der einzige Raum, den wir für uns hatten. Klar durften wir das Bad mitbenutzen, aber das wars dann auch eigentlich schon.
Dann fiel während der Gästegruppe mal wieder die übliche Arbeit an. Da wir zurzeit so wenige Freiwillige sind (eigentlich nur 3), hatte jeder ordentlich viel zu tun und ich stand ein paar Tage morgens, mittags und abends in der Küche, um vorzubereiten und/oder Abwasch zu machen. An meinen freien Tagen hab ich mich diese Woche auch nicht ausruhen können, da wir noch unsere ehemalige Küche und Wohnzimmer komplett (bis auf die Sofas) leer räumen mussten. Also wieder Kisten schleppen statt Füße hochlegen..Klar, dass man sich bei dem Trubel auch mal ans Meer träumt 😀
Den Montag, nachdem wir umgezogen sind, sind dann endlich die Flüchtlinge gekommen. Es sind die ersten fünf (bzw vier einhalb, wegen Baby 😀 ) von wahrscheinlich insgesamt 15 Syrern, die wir aufnehmen. Natascha und ich haben sie auch gleich begrüßt, sie aber dann erstmal wieder in Ruhe gelassen, damit sie mit ihren Betreuern alles regeln und sich dann von der Reise ausruhen konnten. Irgendwie war ich in dem Moment aber schon ein bisschen erleichtert, dass es so nette Menschen sind, schließlich werden es unsere neuen Nachbarn für ein halbes Jahr sein. Aber inzwischen hab ich keinen Grund mehr zur Sorge. Sie haben Natascha und mich sogar schon zum Abendessen bei ihnen eingeladen. Es war total schön, zum Glück kann die eine Frau recht gut englisch, ansonsten wäre es mit der Kommunikation doch recht schwer geworden. Denn die anderen sprechen nur arabisch. Auch das Essen hat mir richtig gut geschmeckt, selbst der Kaffee war ganz anders zubereitet. Vielleicht werde ich demnächst ja noch eine weitere Sprache lernen 😉
Letzten Sonntag sind Natascha, ein weiterer Freiwilliger aus Florenz und ich nach Arezzo gefahren. Da wieder der erste Sonntag im Monat war, gab es wieder den Antiquitätenmarkt. Auch dieses Mal hat er an manchen Ständen eher einem Floh- oder Trödelmarkt geähnelt, aber es war auch diesmal interessant, sich die ganzen alten Schätze anzuschauen. Leider hat uns das Wetter nach einer Stunde im Stich gelassen, denn es hat (wie ziemlich häufig in den letzten Wochen) mal wieder angefangen, zu regnen. Nachdem wir uns in ein paar Geschäften dann noch ins Trockene gerettet haben, sind wir doch schon recht früh am Nachmittag zurück gefahren.
Da es diese Woche doch mal einen Tag im marzo pazzo (= verrückter März) mit schönem Wetter gab, sind wir raus gegangen, um die Olivenbäume zu düngen. Sprich mit Gummistiefeln, den ältesten Klamotten und Handschuhen ausgerüstet pro Baum 5 Kilo getrocknete Hühnerkacke verteilen. Bestimmt kein schöner und vor allem kein gut riechender Anblick 😀 Aber was tut man nicht alles für die heiligen Oliven?;)
Abgesehen, dass das Wetter ziemlich regnerisch und stürmisch ist, ist es echt schön draußen. Die Sonnenuntergänge werden von Tag zu Tag besser und viele Blumen und Bäume fangen schon an zu blühen. Ostern steht langsam aber sicher vor der Tür 🙂

18.2.16 Und da ist auch schon ein halbes Jahr rum

Unglaublich, wie viel in dieser kurzen Zeit hier alles passiert ist! Allein hier hat sich so viel verändert und es gibt immer noch große Veränderungen. Die wahrscheinlich größte für uns Freiwillige steht direkt vor der Tür. Aber ich möchte von vorne anfangen, was in den letzten Wochen so alles geschehen ist.
Als erstes: das Zwischenseminar!! Es war richtig schön, die anderen Freiwilligen aus Deutschland kennen zu lernen, die auch in Italien ihren Dienst leisten. Natürlich durfte da die Reflexion nicht fehlen, aber wir haben noch andere nützliche Sachen gelernt, zum Beispiel einiges über die Flüchtlingslage in Italien, wie wir persönliche Probleme am besten lösen können, ein paar italienische Lieder und Scopa (sizilianisches Kartenspiel) spielen. Auch diese Woche ist viel zu schnell vergangen. Ich habe viele super nette Leute kennen gelernt und freue mich schon riesig, einige von ihnen im Urlaub zu besuchen. Zwei Freiwillige sind noch eine weitere Woche in Florenz geblieben, also haben wir an unseren freien Tagen etwas mit ihnen dort unternommen: Wir waren Kaffee trinken (immer gut), waren in der Accademia, wo der David von Michelangelo steht, haben uns den Boboli-Garten und die Ausstellung von „Body Worlds“ angeschaut. Letzten Sonntag sind wir dann noch zum Abschluss nach Viareggio gefahren, um uns dort den Karnevalsumzug anzusehen. Der Eintritt war zwar unglaublich teuer, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es gab richtig viele große, aufwändige Wägen , von denen auch viele eine politische Botschaft überbracht haben.
Außerdem waren wir noch auf zwei Festen. Das eine war das „festa del grano“ (Fest des Korns), das der Gärtner mit Bekannten veranstaltet hat. Dort gab es ein Feuer, an dem wir Fackeln angezündet und mit denen einen kleinen Spaziergang gemacht haben. Das andere Fest, „festa del falò“, fand hier in der Casa Cares statt. Ich würde es als eine Art Freudenfeuer zur Vertreibung allem Alten und vom Winter beschreiben. Da es aber den ganzen Abend geregnet hat, sind die Gäste schon nach dem Essen, bzw der Rede gegangen und so haben wir Freiwilligen alleine dann doch noch das Feuer angezündet 😀
Da nächste Woche wieder eine Gruppe amerikanischer Gäste kommt, gibt es die übliche Arbeit im Haus zu erledigen. Dazu dekorieren wir gerade die Zimmer neu.
Und jetzt zu der großen Neuigkeit: Wir Freiwilligen müssen in die andere Wohnung hier ziehen, weil hier Flüchtlinge untergebracht werden. Wann und wie viele genau kommen werden, ist noch unklar, aber wir sollen bis Ende der Woche aus unseren Zimmern draußen sein. Es ist alles noch ein bisschen chaotisch, weil wir nur recht spärliche Informationen erhalten und jetzt alles ziemlich schnell passieren muss. Ich freue mich trotzdem auf die Menschen und hoffe, dass wir sie hier gut integrieren können, sodass sie sich wohl fühlen.
Bald gibt es hoffentlich genauere Infos dazu!

25.1.16 Wer will fleißige Handwerker sehn..

..der muss zu Casa Cares gehn 😀 Wir sind jetzt so gut wie fertig mit den Renovationsarbeiten! Die Schränkchen sind bunt und hängen wieder in den Bädern, insgesamt 5 Bäder sind neu verfugt und wir haben die Heizkörper bei 5°C (Innentemperatur, da die Villa ja nicht geheizt wird, wenn keine Gäste da sind) neu gestrichen. Auch wenn es teilweise ziemlich kalt war, hat mir die Arbeit echt Spaß gemacht. Vielleicht, weil man sich dabei so schön schmutzig machen kann 😀
Heute haben wir die Zimmer gerichtet und geputzt, da nächste Woche das Zwischenseminar hier stattfinden wird. Hoffentlich wird dafür morgen oder übermorgen die Heizung angeschaltet, damit wir danach keine Eiszapfen sind^^
Die letzten Wochen war es schön winterlich kalt. Nur der Schnee ist bis auf 2 Abende (es hat eine halbe Stunde geschneit, ist aber natürlich nicht liegen geblieben) ausgeblieben..
Dafür hatten wir mehr Zeit zum kochen und backen. So habe ich zum Beispiel Nudeln mit Bolognesesoße gekocht, wir haben Pizza selbst gemacht und Plätzchen gebacken (Spritzgebäck funktioniert auch ohne Spritzbeutel 😀 )
Außerdem kommen in letzter Zeit häufiger Verantwortliche der Kirche vorbei, um mit den Angestellten über Veränderungen zu reden (da Paul ja jetzt nicht mehr da ist, müssen ein paar Aufgaben deshalb neu verteilt werden).
Einen Lichtblick gibt es schon, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Tage werden wieder länger und die Sonnenuntergänge wieder schöner 🙂

10.01.16 Buon anno nuovo!

Ich wünsche euch allen noch einen guten Start in das neue Jahr 2016! Auf dass unsere Wünsche und Vorsätze in Erfüllung gehen werden.
Seit meinem letzten Bericht ist so Einiges passiert. Das Wochenende vor meinem Urlaub war Papa nochmal in Italien, also haben wir beschlossen, nach Rom zu fahren. Ich war echt froh, dass wir jetzt im Winter dort waren, weil es eindeutig angenehmer als in brütender Hitze und mit Tausenden von Touristen war. Ich fand die Stadt echt cool. Überall zwischen den neuen Gebäuden konnte man antike Denkmäler finden, die ich noch aus dem Lateinunterricht kannte (oder auch nicht mehr 😀 ). Vor allem war ich aber überwältigt, wie riesig alles war. Ich bin ja inzwischen schon Einiges aus Florenz gewöhnt, zum Beispiel den Dom, aber in Rom waren die Gebäude einfach nochmal doppelt so groß. Ein bisschen ungewöhnlich und auch etwas beunruhigend fand ich, dass in jeder U-Bahn-Station oder vor jeder Sehenswürdigkeit zwei oder mehr Soldaten vom Militär patrouillierten.
Am Montag danach sind wir Freiwilligen mit den Mitarbeitern zusammen nach Florenz gefahren. Nach ein paar geschichtlichen Informationen von Paul zu den Gebäuden, an denen wir vorbeigegangen sind (also quasi alle 5 Minuten), sind wir bei der jüdischen Synagoge angekommen. Ein wunderschönes, leicht orientalisches Gebäude, das wir aus zeitlichen Gründen nicht besichtigen konnten. Denn es war schon Mittag und wir hatten einen Tisch im Restaurant nebenan vorbestellt. Also haben wir ziemlich viel und gut koscher vegetarisch gegessen. Danach ging es zurück zur Innenstadt, um genau zu sein zum Dom. Nachdem wir diesen, die Ausgrabungen darunter und das Museum besichtigt hatten, kam das Highlight: über 400 Treppenstufen steigen! Ein bisschen außer Puste sind wir dann endlich oben in der Kuppel angekommen und die geniale Aussicht hat uns gleich wieder den Atem geraubt. Bilder dazu folgen wie immer 😉
Dienstag haben wir dann hier in der Casa Cares eine vorgezogene Weihnachtsfeier gefeiert. Es war ein richtig geselliger Abend mit Geschichten, Geschenken und viiiieeeel Essen.
Danach hieß es für mich, den Koffer für meinen zweiwöchigen Urlaub zuhause zu packen.Natürlich durften da nicht jede Menge Cantuccini (traditionelles Mandelgebäck) fehlen 😀 Die zwei Wochen gingen viel zu schnell um. Aber es war wunderbar, nach so langer Zeit Familie und Freunde zu treffen und im eigenen Bett zu schlafen.
Wieder in Italien angekommen, durfte ich gleich am nächsten Tag wieder arbeiten. Doch die letzte Woche war sehr entspannt, weil die Gäste über Silvester wieder abgereist waren und jetzt im Januar keine Gäste mehr kommen. Also erledigen wir zurzeit mehr Renovations- und Reparationsarbeiten. Wir haben zum Beispiel die Schränkchen aus den Bädern abmontiert, abgeschliffen und jetzt werden sie in blau, azurro (hellblau), lila, gelb oder orange angestrichen. Außerdem müssen in ein paar Bädern die Fugen erneuert werden. Es ist also genug zu tun^^

10.12.15 Weihnachtsstress

In den letzten Tagen war der Weihnachtsstress wirklich das anstrengendste hier 😀 Wir mussten nur noch Knoblauch und Bohnen für nächstes Jahr säen, die Waldwege von einer dicken Schicht Blätter befreien, die Gartenschläuche säubern, die Netze von der Olivenernte flicken und andere Kleinigkeiten. Deshalb hatten wir Zeit, um ganz viele Plätzchen zu backen. Diese werden an die Nachbarn als kleine Weihnachtsgeschenke verteilt. Natürlich mussten aber erstmal alle Sorten von allen probiert werden 😉
Der Adventskalender sorgt auch jeden Morgen für eine Überraschung. Vor allem die zweijährige Tochter des Gärtners findet ihn super und würde am liebsten jeden Tag das Päckchen öffnen 😀
Letztes Wochenende hatten Natascha und ich zusammen frei, also haben wir uns Samstag morgens in den Bus nach Pontassieve gesetzt und sind von dort weiter mit dem Zug nach Florenz gefahren. Dort haben wir uns mit einem anderen deutschen Freiwilligen getroffen. Nach einem Kaffee sind wir dann zum erstem Mal richtig shoppen gegangen und ich hab so viel Geld ausgegeben wie schon lange nicht mehr^^ Abends sind wir dann auf den Weihnachtsmarkt auf der Piazza Santa Croce gegangen. Ich war erstaunt, wie international der Markt war. Denn neben lokalen Spezialitäten konnte man (natürlich) auch Glühwein und Brezeln, aber auch zum Beispiel mexikanisches und griechisches Essen oder finnische Pullover kaufen. Und auch wenn es irgendwie zu warm für das richtige Weihnachtsmarkt-Feeling war, hatte es doch seinen eigenen besonderen Charme. Die Nacht konnten wir bei dem Freiwilligen in Florenz schlafen und nach einem Nikolaus-Frühstück mit Adventskranz, Mandarinen, Erdnüssen und Schoko-Goldtalern sind wir weiter nach Arezzo gefahren. Dort gibt es jeden ersten Sonntag im Monat einen großen Atiquitätenmarkt, der jetzt im Dezember noch durch einen Weihnachtsmarkt ergänzt wurde. Wir beide haben es genossen, an den ganzen Ständen vorbeizuschlendern und uns alles mögliche von Schmuck über Kronleuchter bis zu alten Postkarten anzuschauen. Nachmittags waren wir dann aber schon so fertig von den ganzen Eindrücken und Erlebnissen des Wochenendes, dass wir beschlossen, den Zug nach Hause zu nehmen.
Für mich heißt es jetzt außerdem bald packen, da ich über Weihnachten und Silvester Urlaub Zuhause mache. Falls ich es vor meiner Abreise nicht mehr schaffe, einen weiteren Bericht zu schreiben, wünsche ich euch jetzt schon mal ein frohes Fest und bis nächstes Jahr 🙂

30.11.15 Das erste Viertel geschafft

Wenn ich auf die letzten 3 Monate zurückblicke, muss ich feststellen: Es ist echt viel passiert! Auch wenn die Arbeit häufig dieselbe ist, lernt man doch immer wieder andere Leute kennen, fühlt sich ein bisschen mehr Zuhause, kann immer besser Italienisch sprechen und nimmt manche Dinge inzwischen als selbstverständlich hin, die vorher komplett neu waren.
Die Zeit jetzt nach der Ernte ist nicht mehr so arbeitsintensiv, da nur noch selten Gäste da sind, wie zum Beispiel letztes Wochenende. Deshalb essen wir jetzt auch meistens bei uns in der Colonica und nicht mehr in der Villa, weil diese nicht geheizt wird, wenn keine Gäste da sind. Da es inzwischen recht kalt geworden ist, müssen wir den Ofen in unserem Wohnhaus den ganzen Tag anfeuern, damit unsere Räume auch warm sind.
Mittwoch hatte ich frei und bin morgens mit Zsófia (der ungarischen Freiwilligen) nach Florenz losgefahren. Nachdem wir uns mit einem Brioche (ähnlich wie ein Croissant) gestärkt haben, sind wir durch die Stadt gebummelt, um ein paar schöne Geschenke zu finden. Nachmittags haben wir den Zug wieder zurück genommen, damit sie noch zum Italienischunterricht gehen konnte und ich nach Reggello zum Zumba. Also haben wir am Bahnhof auf den Bus gewartet, der eigentlich nach einer halben Stunde kommen sollte. Aber scheinbar wurden die Routen oder Fahrzeiten geändert, denn (wir dachten schon, er würde gar nicht mehr kommen) wir mussten nochmal eine Dreiviertelstunde warten, bis es endlich weiterging. Leicht entnervt und eine halbe Stunde zu spät kam ich dann beim Sport an, aber immerhin konnte ich mich noch ein bisschen dort abreagieren 😀
Donnerstag ist eine neue Freiwillige aus Bulgarien gekommen, die ein paar Wochen hier bleiben und arbeiten will. Da die Mitarbeiterin, die für das Housekeeping zuständig ist, zurzeit Urlaub hat, war es Nataschas und meine Aufgabe, die Neue in die Arbeit einzuweisen. So konnten wir unser Italienisch unter Beweis stellen.
Heute haben wir den Boden von den Beeten im Garten aufgelockert, um sie für den Frühling vorzubereiten. Ich habe den Gärtner gefragt, ob wir denn nicht Wassermelonen anpflanzen könnten. Er meinte zwar, dass sie hier nicht soo super wachsen, aber es wird nächstes Jahr welche geben 😉
Bevor wir aber mit der Arbeit angefangen haben, mussten wir uns von Zsófia verabschieden, weil sie zurück nach Hause fliegt. Das war für uns echt schwer, weil sie wie eine Ersatz-Omi ist und immer hilft, selbst wenn man sie nicht darum bittet. Zsófia, wenn du das hier liest: Wir haben dich ganz lieb und vermissen dich jetzt schon! Aaaber sie kommt im März wieder und die Zeit bis dahin vergeht hoffentlich ganz schnell.
Außerdem hat Natascha letzte Woche einen Adventskalender gebastelt, bei dem jeder an zwei Tagen ein Geschenk herausnehmen kann. Ich bin schon gespannt, wer morgen den Anfang machen darf 🙂
Auf eine schöne und besinnliche Adventszeit!

20.11.15 Wir haben dann mal Öl 😉

Noch nicht einmal zwei Wochen hat es gedauert und wir sind fertig mit der Olivenernte! Von 650 Bäumen haben wir circa 3900 Kilo Oliven geerntet und daraus ungefähr 500 Kilo Öl bekommen, was meiner Meinung nach ziemlich viel ist. Und da der Gärtner auch zufrieden damit ist, schätze ich mal, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann 🙂
Leider konnte ich nur wenig bei der Ernte mithelfen, weil ich mich wahrscheinlich bei der Gartenarbeit davor überschätzt habe und mir dabei einen Nerv am rechten Daumen entzündet habe. Man merke sich: Ziemlich alte und große Schere und hartes Plastik sind keine gute Mischung… Deshalb konnte ich ein paar Tage fast nichts machen und das war für mich sehr deprimierend, weil ich mich schon sehr auf die Olivenernte gefreut hatte. Immerhin konnte ich gestern wieder richtig mithelfen und am Sonntag mit den anderen zur Presse gehen. Sobald man das Gebäude betreten hat, hat man nur noch Öl gerochen. Irgendwann war es dann soweit, endlich kam unser Casa-Cares-Öl aus der Presse. Sofort hat sich eine Traube von Menschen darum gebildet (ich eingeschlossen), um das schon eher giftgrüne flüssige Gold zu bestaunen und zu fotografieren. Anschließend durften wir das Öl dann auch auf einer Scheibe Brot probieren. Ich sehe mich schon 10 Liter davon kaufen, um es mit nach Deutschland zu bringen 😀
Heute haben Natascha und ich den Kakibaum, der hier im Garten steht, geerntet. Dieser sah echt lustig aus, weil außer den orangefarbenen Früchten nichts mehr an den Ästen hing. Die Früchte müssen jetzt allerdings noch ein paar Wochen in den Kisten liegen, bis sie richtig weich sind. Denn noch schmecken sie ein wenig pelzig (muss man ja mal probieren 😀 ).
Morgen soll sich das Wetter wieder verändern: erst Regen, dann soll es richtig kalt werden. Vielleicht gibt es ja sogar bald Schnee 🙂

10.11.15 Ab jetzt heißt es erstmal: draußen arbeiten!

Da nun nur noch wenige bis keine Gäste im Haus waren, konnten wir mehr draußen bei der Arbeit mithelfen. Zum Beispiel ist jetzt immer jemand beauftragt, nach der täglichen ‚Pausa‘ (10:30-11 Uhr) in den Garten zu gehen und zu schauen, ob es neue Safranblüten gibt. Diese müssen dann gepflückt und getrocknet werden.
Am Wochenende vom 30.10.-1.11. war hier ein Fest für das Komitee und Freunde und Helfer des Hauses. Außerdem war es eine Art Verabschiedungsfeier für Paul, der eigentlich schon im Sommer in Rente gegangen ist. Es wurde viel über die letzten 30 Jahre und auch über die Zukunft geredet, aber natürlich noch viel mehr gegessen 😀
Letzte Woche ist noch ein ehemaliger Freiwilliger aus den USA angereist, der für zwei Woche hier bleibt, um bei der Olivenernte zu helfen. Er, Natascha und ich haben dann die jungen Olivenbäume, die letztes Jahr gepflanzt wurden, für den Winter vorbereitet. Netterweise hat das Wetter beschlossen, nochmal richtig schön sonnig zu werden, was die Arbeit viel angenehmer gemacht hat. Weil das Natascha und mir aber nicht an Bewegung gereicht hat und wir mal so richtig Sport machen wollten, haben wir den Bus nach Reggello genommen und waren beim Zumba. Das war überhaupt kein Problem, wir mussten nichts ausfüllen oder uns gleich anmelden, sondern konnten einfach mitmachen, um zu schauen, ob es uns gefällt. Und es hat uns richtig gut gefallen! Sport ist eine gute Möglichkeit, um Leute kennen zulernen und seinen Kopf mal abzuschalten. Donnerstag Abend haben wir draußen bei der Feuerstelle gegrillt. Dabei durfte auch das Stockbrot nicht fehlen, was bei den anderen richtig gut angekommen ist.
Zurzeit gibt es hier morgens immer ein tolles Naturspektakel: oben bei uns aufm Berg ist es schon sonnig und das Tal liegt im Nebel, was dann aussieht wie ein Zuckerwattemeer. 🙂
Und jetzt zur wichtigsten Info: Gestern haben wir mit der Olivenernte angefangen!! Zuerst werden die Netze unter die Bäume gelegt, dann erntet der Gärtner den Großteil der Oliven mit der Rüttelmaschine und die restlichen Früchte werden danach noch mit der Hand gepflückt. Das muss möglichst schnell gehen, weil die Oliven anfangen zu oxidieren, wenn sie einmal vom Baum ab sind. Aber wir sind viele Leute, weil noch eine Gruppe Schweizer extra zur Ernte angereist ist, deshalb funktioniert das gut. Morgen Nacht wird die erste Fuhre zur Presse gebracht und dann können wir das frische Öl probieren.
Ich war außerdem noch auf zwei Märkten: in Reggello auf dem Wein- und Ölmarkt (es gab aber auch richtig viele Essensstände) und in Figline auf dem Herbstmarkt. Bilder folgen wie immer 😉

28.10.15 Italienischunterricht, Post und ‚Spätjahrsputz‘

Unglaublich, jetzt sind schon zwei Monate rum! Die Zeit vergeht wirklich viel schneller, wenn man so viel zu tun hat. Letzte Woche war eine dritte Gruppe Amerikaner hier zu Gast. Deshalb war wieder die übliche Arbeit im Haus zu erledigen: Bäder putzen, Abwasch usw.
Donnerstag hatte ich dann meine erste Stunde Italienischunterricht. Dieser findet bei einer älteren Frau im Nachbardorf statt. Nach 20 Minuten Fußmarsch war ich bei ihr, sie ist eine total liebenswürdige Frau und das Lernen hat richtig Spaß gemacht! 😀 Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Stunde 🙂
Letzte Woche hatte ich außerdem die Freude, das italienische Postsystem und die Öffnungszeiten der Läden im Dorf ein bisschen näher kennen zulernen. Eigentlich kommt der Postbote täglich hier bei der Casa Cares vorbei, bringt die Zeitung und nimmt, falls vorhanden, Postkarten und Briefe mit. Die Zeitung kam auch täglich, nur wurde mein Brief aus irgendeinem Grund nicht mitgenommen. Deshalb hab ich dann nach ein paar Tagen beschlossen, nach Reggello zu gehen, um den Brief bei der Post abzugeben. Dort musste ich ein Ticket ziehen und warten, bis meine Nummer aufgerufen wurde. Dieses System ist in Italien ziemlich beliebt. Es gibt es in vielen Geschäften und fast allen Wurst- und Käsetheken.
Danach wollte ich noch in den kleinen Supermarkt gehen, dieser war aber geschlossen, genau wie alle anderen Geschäfte (es war circa 15 Uhr). Zurück in der Casa Cares habe ich dann erfahren, dass die Geschäfte erst um 16 Uhr wieder öffnen. Ich hatte wirklich nicht daran gedacht, dass die Mittagspause so lange dauert. Der krasse Unterschied dazu ist, dass etliche Geschäfte in Florenz sogar sonntags geöffnet haben.
Nachdem die Gäste dann Ende der letzten Woche abgereist sind, stand eine Generalreinigung der Zimmer an. Das heißt, überall Staub wischen, alle Fenster gründlich putzen, das volle Programm halt ;D
Montag hat uns der Gärtner für eine Stunde von der Putzarbeit befreit, denn er hatte neue Olivenbäume bekommen. Wir durften uns einen aussuchen und pflanzen. Jetzt steht hier mein Baum Olli, der Olivenbaum, und ich werde ihn bestimmt in ein paar Jahren mal besuchen kommen 🙂

18.10.15 Surprise, surprise!

Nach den letzten anderthalb Wochen kann ich mich nicht so ganz entscheiden, ob mir Überraschungen gefallen oder nicht. Bis Samstag, den 10.10., war eine Schweizer Konfirmandengruppe zu Gast. Ich persönlich finde ja, dass man Schwiizerdütsch als andere Sprache ansehen kann und nicht als deutscher Dialekt. Ich hatte echt Probleme sie zu verstehen^^ Aber es hört sich schon irgendwie putzig an. Zum Beispiel wurde auch ein „Ämtli-Plan“ erstellt, nach dem die Jugendlichen beim Abtrocknen nach dem Essen eingeteilt wurden. Kommen wir nun zur ersten Überraschung. Am Freitagmorgen haben wir durch Zufall mitbekommen, dass sie zu Abend bei uns essen wollen. Das stand nämlich nicht im Plan und beide Köche hatten deswegen frei. Aber selbst sind die Freiwilligen und deshalb sind Natascha und ich spontan eingesprungen und haben Bruschetta, Pasta und einen Nachtisch gezaubert. Es kann schon anstrengend sein, für 30 Leute zu kochen (wie viel Salz muss in die Soße?), aber uns hat es wirklich Spaß gemacht. 🙂
Jetzt zur nächsten Überraschung. Eigentlich ist diese Story schon fast zu peinlich, um sie zu erzählen 😀 Wir eifrigen übermotivierten deutschen Freiwilligen hatten uns dann am Samstag, nachdem die Konfis gegangen sind, ans Bäder putzen gemacht. Leider war uns nicht bewusst, dass es auch schlammfarbene Fugenmasse gibt, die man recht leicht mit Dreck verwecheln kann, und somit Stunden verbringt, um diesen „Dreck“ aus den Fugen zu schrubben. Naja, aus Fehlern lernt man ja bekanntlich, was für uns heißt: nur die Arbeit machen, die man gesagt bekommt oder nachfragen. Und im Winter die Bäder neu fugen 😀
Jetzt kommt aber eine wirklich schöne Überraschung. Mein Vater hatte nämlich kurzfristig beschlossen, mich dieses Wochenende zu besuchen, weil er in Italien war. Somit bin ich jetzt stolze Besitzerin von selbstgemachten Vanille-Kipferln, Leberwurst und Kochkäse 😀 Netterweise habe ich das Wochenende frei bekommen und so sind wir dann zusammen nach Florenz gefahren und waren sogar in den Uffizien. Das ist ein Museum in einem riesigen Gebäudekomplex mit einer Kunstsammlung von der Medici-Familie. Eins der wahrscheinlich bekanntesten Gemälde ist ‚Die Geburt der Venus‘ von Botticelli. Das ist schon verdammt cool, wenn man solche Bilder nur aus dem Kunstunterricht kennt und sie dann plötzlich in echt vor sich sieht. Wie es immer ist, ging auch dieses Wochenende viel zu schnell rum. Aber es war sehr schön, zumindest einen Teil der Familie kurz bei sich zu haben.
Nächste Woche soll die Olivenernte beginnen, wenn das Wetter mitspielt. Ich bin schon gespannt!

08.10.15 

Es gibt mal wieder ein paar kleine Highlights aus den letzten 10 Tagen zu berichten. Letzte Woche Dienstag bin ich dann nochmal mit der amerikanischen Gruppe nach Siena gefahren. Mal wieder war es ein richtig schöner Auflug und wieder eine Stadt mit einem beeindruckenden Dom. Die Architektur unterscheidet sich schon stark von der Deutschen. Die Kirchen sind alle viel größer und die meisten auch deutlich prunkvoller.
Freitag sind die Amerikaner dann abgereist, nachdem sie sich sehr herzlich bei uns für alles bedankt haben. Außerdem haben wir Verstärkung bekommen. Ein Freiwilliger aus Togo ist jetzt hier und wird das nächste halbe Jahr hier arbeiten. Noch mehr Multikulti 🙂
Jetzt im Oktober finden einige Konzerte in der Kapelle von Casa Cares statt: Letzten Sonntag war zum Beispiel ein Jazz-Konzert.
Gestern hatte dann die Köchin Geburtstag und wir wurden zu ihr nach Hause zum Feiern eingeladen. Es war richtig schön, sich einfach mal mit den Leuten zu unterhalten. Leider konnten wir nicht so lange bleiben, weil wir abends wieder Küchendienst hatten. Ansonsten ist in letzter Zeit nicht so viel passiert. Das Wetter war recht schlecht, jaa es regnet in Italien! 😀 Sogar recht viel. Aus dem Grund haben wir auch nicht so viel unternommen. Dazu kommt noch, dass Casa Cares schon recht abgelegen liegt. Die nächsten Dörfer sind 2 Kilometer entfernt und entweder muss man laufen oder auf einen Bus warten, der wochentags jede Stunde fahren sollte, das aber auch nicht immer der Fall ist. Sonntags fahren dann gar keine Busse. Das macht es eigentlich unmöglich, mal spontan irgendwo hinzufahren, sondern da muss man am besten schon am Tag vorher planen. Aber auch das ist möglich und klappt am besten mit ein bisschen italienischer Gelassenheit.

28.09.15 Americans!

Jetzt ist hier schon die zweite Gruppe Amerikaner zu Gast. Es sind wieder um die 30 Leute, die gerne und viel und laut reden, aber alles toll finden (vor allem das Essen) und dir viel zu viele Komplimente machen 😀 Da merkt man schon, dass das eine ganz andere Kultur ist. Das beste ist, dass wir Freiwilligen mit auf ihre Tagesausflüge (wie schon Cortona und Arezzo) umsonst mitfahren können, wenn wir frei haben. Somit hab ich das heute wieder ausgenutzt und bin mit nach Lucca und Pisa gefahren. Luccas Altstadt ist noch ganz von einer Stadtmauer umgeben und es gibt unzählige Kirchen. Man muss sich das so vorstellen, dass man durch eine relativ schmale Gasse läuft und plötzlich auf einer großen Piazza (=Platz) steht und man eine noch größere Kirche vor sich sieht. Ziemlich beeindruckend! Wenn jemand plant, mal nach Lucca zu gehen, empfehle ich auf jeden Fall die Kirche San Michele und Piazza Anfiteatro 😉
In Pisa waren wir leider nur auf dem Piazza del Duomo (=Domplatz, auch Piazza dei Miracoli genannt), weil wir nicht mehr viel Zeit hatten. Aber nur ist eigentlich untertrieben, denn da steht unter anderem auch der schiefe Turm. Das war wieder mal ein sehr schöner Tag, an dem ich sehr viel gesehen habe und es wieder neue Bilder gibt 🙂
Jetzt hab ich so viel von den Ausflügen geschrieben, obwohl die nur selten sind. Denn die Arbeit macht sich ja bekanntlich nicht von selbst und das war vor allem am Abreisetag der ersten Gruppe Amerikaner spürbar. Da muss man schon mal ein paar Stunden heiligen Schlaf opfern, um um halb 5 aufzustehen, Frühstück zu machen, danach Abwasch und dann die ganzen Zimmer für die nächsten Gäste zurechtmachen. Aber zum Glück ist das ja nicht jeden Tag so. Ansonsten ist hier Alltag eingekehrt, aber langweilig wird es nie, denn es ist immer irgendwas zu tun. Wir haben uns sogar schon eine Liste geschrieben, was wir alles im Winter machen wollen, wenn keine Gäste da sind 😀 Apropos Winter: Hier wird es so langsam auch Herbst. Ich laufe jetzt schon immer im Pulli rum, obwohl es noch 20°C sind. Aber der Unterschied zu den sonnigen 30 Grad macht sich doch stark bemerkbar. Ich bin echt gespannt, ob wir im Winter hier Schnee haben werden. Bis dahin lerne ich vielleicht, wie man häkelt oder strickt ^^

18.09.15 So schnell gehen 10 Tage rum 

Die letzten anderthalb Wochen waren sehr abwechslungsreich. Dienstag Abend (8.9.) ist die ehemalige Freiwillige aus Deutschland gegangen. Dafür haben wir am nächsten Tag Natascha vom Bahnhof abgeholt. Ich war ein bisschen nervös, schließlich kannte ich sie noch nicht und wir sollten das nächste Jahr zusammenleben. Aber Ich hab mir ohne Grund Gedanken gemacht, denn sie ist total nett und wir verstehen uns super! 🙂 Donnerstag haben wir dann unsere sieben Stunden Arbeitszeit damit verbracht, aus 40 Kilo (!!!) Pfirsichen Marmelade zu kochen. Ich hab die Gläser danach nicht gezählt, aber es waren viele 😀  Am nächsten Tag hab ich mich dann mit einer schönen Erkältung (keine Ahnung, wie das bei den Temperaturen passieren konnte) zum Frühstück geschleppt, um zum Glück gleich wieder ins Bett geschickt zu werden. Also hab ich das Wochenende damit verbracht, mich auszukurieren und meine Wäsche zu waschen. Das Spannende daran war, dass wir in der Colonica kein Waschmittel mehr hatten. Daher bin ich in die Lavanderia (=Waschküche) und stand vor 8 verschiedenen Behältern, die irgendwas mit Waschen zu tun haben. Finde da mal das Richtige, ohne die italienischen Begriffe darauf zu verstehen..Letzten Endes hab ich mich für eins entschieden, was am ehesten nach Waschmittel aussah und so roch. Jedenfalls leben meine Klamotten noch 😀 So ein Erlebnis spornt aber dann noch mehr an, möglichst schnell und viel Italienisch zu lernen und nicht aus Faulheit Englisch zu sprechen. Aber das klappt von Tag zu Tag immer besser. Man greift neue Wörter auf (auch Schimpfwörter 😀 ), kann sich so langsam über alltägliche Dinge mit Anderen unterhalten und sitzt zwischendurch immer wieder am Handy, um nach Übersetzungen zu suchen.
Der Anfang dieser Woche stand dann erstmal unter dem Motto PUTZEN! Montag mussten etliche Zimmer und Bäder für die amerikanische Gästegruppe sauber gemacht werden. Dienstag war dann die Colonica dran und vor allem die Küche hat von uns eine Generalreinigung bekommen. Und „typisch deutsch“ wie wir halt sind, wurden danach alle möglichen Küchenschränke beschriftet, damit ja keine Unordnung aufkommt 😀
Gestern hatten Natascha und ich frei. Deshalb konnten wir an dem Tagesausflug der Gäste teilnehmen. So sind wir morgens nach Cortona, eine kleinere Hügelstadt, losgefahren. Dort sind wir dann durch etliche Gassen gelaufen, bzw. berggestiegen 😀 Nach dem Mittagessen ging es dann weiter nach Arezzo. Leider hatten wir dort nicht so viel Zeit, deshalb werden wir höchstwahrscheinlich nochmal dahin fahren 🙂 Wie sich das gehört, wurden auch zahlreiche Bilder gemacht;)

P.S.: Für meinen Geschmack gibt es hier immer noch zu viele Mücken:D

08.09.15 Ciao bella Italia!

Nach einer Woche Urlaub mit der Familie bin ich letzten Sonntag, den 30.8., endlich in der Casa Cares angekommen. Die Straßen dorthin waren sehr italienisch: eng und kurvig 😀 Aber die Landschaft ist wunderschön mit all den Wein- und Olivenplantagen. Im Haus wurden wir von Paul, dem Leiter, begrüßt und bekamen erstmal eine Hausführung. Es ist viel größer als es von außen aussieht! Es gibt gefühlt 10 Wege, um allein in verschiedene Keller zu kommen, was ziemlich verwirrend ist, wenn man sich nicht auskennt. Danach konnte ich mir mein Zimmer im Nebengebäude (der Colonica) anschauen. Der erste Beschluss, den ich gefasst habe, war: Das Fenster braucht ein Fliegengitter! Zurzeit gibt es hier echt viele Mücken und die Stiche jucken immer noch nach einer Woche. Gesagt, getan. Im Nachbarort Reggello haben wir ein Lädchen gefunden, das ALLES hatte, was man so für den Haushalt braucht. Vom Föhn bis zu Wandfarben, dieses Geschäft ist genial^^ Beim Abendessen wurde ich dann den restlichen Freiwilligen und den Mitarbeitern vorgestellt, die alle sehr nett sind. Ich dachte zuerst, dass nur Paul Deutsch kann, aber es sprechen doch noch manche Deutsch, andere noch oder nur Englisch und andere wiederum nur Italienisch. Das bedeutet, dass ich teilweise innerhalb von 5 Minuten in drei verschiedenen Sprachen angesprochen werde. Anfangs hat mich das ziemlich überfordert, aber zum Glück hab ich mich schnell daran gewöhnt. Leider kann ich ja noch nicht fließend Italienisch sprechen, aber ich bin mir sicher, dass sich das bald ändern wird 🙂 Zurück zum Abendessen – oder generell dem Essen: Es ist lecker. Sehr sehr lecker 😀 Ich hoffe wirklich, dass ich auch mal so gut kochen kann.
Was ist noch passiert? Bevor ich anfangen musste zu arbeiten, hatte ich noch einen Tag frei, also hab ich mit meiner Familie einen Ausflug nach Florenz gemacht. Wir haben uns zwar nur ein paar typische Touri-Sehenswürdigkeiten angeschaut, weil es ziemlich heiß war, aber ich finde die Stadt wunderschön. Am besten hat mir der Dom gefallen, der allein durch seine Größe beeindruckend ist.
Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen und anfangen zu arbeiten. Die letzte Woche war noch eine ehemalige Freiwillige aus Deutschland da, die mir dann glücklicherweise genau erklären konnte, was ich alles machen muss, worauf ich alles achten muss und am wichtigsten, wo alles ist. Außerdem war es schön, noch jemanden in meinem Alter zu haben, weil meine zukünftige Mitfreiwillige aus Deutschland erst morgen ankommt. In den ersten Tagen bestand meine Arbeit größtenteils aus Abwasch, Bäder putzen und Betten für die Gäste beziehen.
Samstag war dann ein besonderer Tag, denn wir hatten hier eine Hochzeit 🙂 Für uns Freiwillige hieß das natürlich erstmal Arbeit, Arbeit, Arbeit, insgesamt wahrscheinlich um die 11 Stunden. Und obwohl das wirklich ziemlich anstrengend war, war der Tag trotzdem schön, denn es hat alles gut geklappt, die Gäste waren zufrieden und wir durften nach der Arbeit sogar mitfeiern.
Heute durfte ich das erste Mal draußen arbeiten. Das hieß Unkraut jäten im großen Stile, aber ich fands trotzdem toll, weil man bei dem schönen Wetter nur ungern drinnen bleiben will. Allerdings wird es hier jetzt auch kälter, sprich nur noch um die 25°C^^

Bei der Kategorie „Bilder“ könnt ihr euch auch schon umschauen 🙂

Liebe Grüße und bis bald!

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Ein Kommentar

Ein Gedanke zu „Berichte

  1. Soo schön geschrieben!!! Hört sich nach einer aufregenden, lustigen, auch sehr arbeitsintensiven, aber unvergesslichen Zeit an!! Vieel Spaß noch:))

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