Berichte

20.07.2016: Die letzten Wochen…

Wir haben uns schon länger nicht gemeldet, ehrlich gesagt denken wir auch gar nicht mehr richtig daran. Vieles hier ist nun schon zum Alltag geworden und wir haben nicht mehr das Gefühl „Oh das müssen wir unbedingt auf dem Blog unseren Freunden und Familien erzählen“.

Also hier kommt mal eine kleine Zusammenfassung, was in den letzten Wochen so alles passiert ist.

Unser Trip zu den Sipi Falls: Während unseres gesamten Aufenthaltes sind wir schon wirklich viel rumgekommen in Uganda, in den östlichen Teil Ugandas haben wir es dabei allerdings noch nicht geschafft. Dies stand also definitv auf unserer Liste, der Dinge, die wir noch vor unserer Abreise tun wollen. Zusammen mit zwei anderen Freiwilligen (Becci und Leo) machten wir uns am Freitag auf den Weg. Von Jinja aus ging es mit einem Taxi ca. 3 Stunden in die nächst größere Stadt nach Mbale. Von dort aus dauerte es nochmal ca. 2 Stunden bis zu unserer gebuchten Unterkunft. Dort wurden wir sehr lieb empfangen. Im Osten Ugandas liegt der 4321m hohe Mount Elgon. In den Ausläufen dieses Berges befinden sich sehr viele Wasserfälle, auch Sipi Falls genannt. Von unserer Unterkunft konnte man direkt in ein riesiges, wunderschönes grünes Tal schauen und hatte dabei auch einen Wasserfall im Blick – schon allein dafür hatte sich die Anreise gelohnt. Wir beschlossen, am Samstag eine Wanderung zu machen um noch ein paar mehr Wasserfälle zu sehen. Dafür wurde uns ein Guide zur Verfügung gestellt. Am Samstag ging es also nach dem Frühstück los. Ausgerüstet mit einem Wanderstock und nicht zu vergessen: die Wanderlust. Noch in der Einfahrt unserer Lodge die erste Überraschung: Unser Guide fragt uns „Kennt ihr Chamäleons? Schaut mal da!“ Und tatsächlich. Auf dem Zaun, der die Einfahrt begrenzte saß ein ungefähr Handgroßes Chamäleon. Das war echt super! Und nach ein paar Minuten, hat er für uns auch brav die Farben geändert. Jetzt sollte es aber losgehen mit der Wanderung. Zwei Minuten später fing es an zu regnen. Wir fragten den Guide „Sollen wir nicht lieber umkehren und warten, bis es aufhört?“ Seine Antwort kam sehr optimistisch: „Das zieht gleich weiter, keine Sorge.“ … Drei Stunden später war die Wanderung dann vorbei, und wir waren alle von oben bis unten klitschnass. Es stellte sich heraus, dass der Regen nicht vorbeizog, sondern nur noch schlimmer wurde. Die Wege wurden somit zur Rutschpartie und wir sahen am Ende alle aus wie Ferkel! Aber es war eine sehr lustige Aktion und wir haben wunderschöne Natur gesehen und sogar noch mehr Chamäleons. Wir sind die ganze Zeit durch matschige Trampelpfade in den Bananenplantagen gestapft. Wir hatten sehr viel Spaß! Am Ende haben wir uns dann doch sehr über eine heiße Dusche und ein leckeres Essen gefreut. Am Sonntag ging es dann wieder nach Hause…

Anschließend haben wir eine Woche in Kampala verbracht. Dort haben wir mit der Organisation MIFA (Mission for All) gearbeitet und ihre Projekte kennengelernt. Wir haben die Orga über Jans Vater kennengelernt, der mit Ihnen aus Deutschland heraus zusammenarbeitet. Eine Woche lang durften wir mit den Sozialarbeitern zusammen sein, das hat echt Spaß gemacht. MIFA hat mehrere Projekte z.B. Kinderpatenschaften und Familien- und Seniorenbetreuung. Wir hatten jedenfalls eine sehr schöne Woche dort!

Jetzt haben wir noch genau eine Woche und genießen diese so gut wie möglich! Die letzten tollen Ananas, die Sonne genießen, Souvenirs shoppen … All sowas steht jetzt noch auf dem Plan.

Am 28. Juli werden wir vormittags in Frankfurt landen. Bis sehr bald Deutschland!

19.05.2016 Eine riesige goldene Hochzeit und Malen im Outback

Da sind wir mal wieder. In der letzten Zeit ist nicht besonders viel passiert. Gerade sind mal wieder Schulferien, also sind unsere Tage im Moment eher entspannt.

Wir waren vor zwei Wochen zu einer goldenen Hochzeit von den Eltern der Schulleiterin der Hope Primary School eingeladen. Die Einladungskarte sah schon super schick aus und wir haben auch mitbekommen, dass da ganz viele unserer Betreuer und Freunde auch eingeladen waren. Wir dachten uns also, dass das eine große Feier wird. Als wir uns nun an dem besagten Tag auf den Weg zur Location machten, bestätigte sich das: Unglaublich viele Autos fuhren in Richtung der Veranstaltung, die Musik wurde immer lauter und lauter. Aber als wir dann endlich da waren, wurde klar, dass „große Feier“ die Untertreibung des Jahres war. Es gab eine Taschenkontrolle am Eingang, auf einer großen Wiese war ein riesiges Festzelt aufgebaut, rund um das Festzelt waren verschiedene Buffettische aufgestellt und so viele Menschen liefen kreuz und quer. Da waren wir ganz froh, als wir in der Menge bekannte Gesichter entdeckten. Wir wurden dann zu einem Tisch geführt. Von dort aus konnten wir dann erstmal durchatmen und weiter beobachten: In der Mitte des Festzeltes war eine Bühne aufgebaut, dort durfte das Brautpaar und die Trauzeugen sitzen. Rund herum saß die Familie, alle Kinder gleich gekleidet, alle Enkelkinder gleich gekleidet. Als wir dann saßen, entdeckten wir immer mehr bekannte Gesichter: Also eigentlich war so ziemlich jeder Mensch da, den wir aus Kayunga kennen. Im Zelt hingen an verschiedenen Säulen Flachbildschirme, die das aufzeichneten, was gerade vorne abspielte, damit auch jeder etwas sehen kann. Das war echt sehr gut. Bei über 1000 Gästen kann man echt nicht immer alles sehen. Aber wir hatten einen guten Platz. Es gab mehrere Auftritte: die Familie hat gesungen, dann die Kirchengemeinde und auch einzelne Künstler. Untermalt wurde das gesamte Programm von der Ndeere Troup aus Kampala, eine richtig gute Tanzgruppe, die traditionelle Tänze und Klänge vorführt. Das war richtig super! Außerdem wurden Bücher ausgeteilt, in denen man Bilder von der Hochzeit vor 50 Jahren sehen konnte. Ein Organisationsteam aus bestimmt 50 Leuten war ständig auf den Beinen um den gesamten Tag  perfekt zu machen. Und was die ganze Feier für uns so angenehm gemacht hat, war, dass wir nicht Mittelpunkt des ganzen Geschehens waren. Davor hatten wir nämlich Angst. Wenn wir eingeladen sind, war es bisher immer so, dass wir fast immer im Mittelpunkt standen, obwohl wir manchmal die Leute gar nicht kannten, die uns eingeladen haben. Aber diesmal mussten wir nur einmal kurz bei der Begrüßung winken und das war es dann. Es war so angenehm mal nicht etwas „Besonderes“ zu sein, nur weil wir weiß sind. Das war also ein sehr schönes Event!

In den letzten Wochen waren wir auch wieder an Schulwänden malen. Diesmal bei einem Freund von uns, Pastor Samuel. Er hat eine Schule, die ziemlich weit im „nichts“ ist. Er hat uns immer abgeholt morgens und dann sind wir mit dem Boda etwas 15min dort hingefahren. Keine geteerten Straßen, kein Wasser aus der Leitung, kein Strom und kleine, runde Lehmhütten konnten wir auf der Fahrt dorthin beobachten. Es ist eine andere Welt. Das ist wirklich spannend zu sehen. Da wird uns doch immer wieder klar, in was für einem „Luxus“ wir hier in unserem Haus leben.

Das Malen an der Schule hat uns Spaß gemacht. Bis jetzt haben wir eine Afrika Karte und eine Ostafrika Karte gemalt. Bis jetzt mussten wir aber immer gegen Mittag aufhören, weil dann die Sonne zu brutal wurde und es praktisch keinen Schatten gibt.

Nachmittags haben wir uns dann ein anderes Projekt vorgenommen: die Gestaltung eine Kalenders mit unseren tollsten Bildern, die wir hier gemacht haben. Der Kalender ist jetzt auch fertig und wirklich richtig schön! Wie einige von euch wissen wird der Großteil unseres Freiwilligendienstes vom BMZ (Bundeministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung) finanziert. Für einen kleinen Teil müssen wir aber selbst aufkommen und wollen dies tun, indem wir den tollen Kalender verkaufen. Wer also jetzt schon Interesse daran hat, kann sich gerne bei uns melden. ( franziska@ar-primanet.de , jankrause14@gmx.net ) Ansonsten wird der Verkauf starten, wenn wir wieder in Deutschland sind.

Jetzt haben wir noch ca. zwei Monate hier. Gefühlsmäßig wird es auch langsam Zeit, nach Hause zu fliegen, da es jetzt irgendwie langweilig wird. Außerdem warten zuhause so viele Dinge, die noch geregelt werden müssen: Studium, Umzug… Also es bleibt spannend. Bis bald mal wieder!

21.04.2016 Oh, nur noch 3 Monate!

Hallo ihr Lieben, jetzt kommen endlich mal wieder News aus Kayunga.Der letzte Bericht kam vor ca. einem Monat. Seitdem ist wieder einiges passiert: Ende März war dann mein (Franzis) Geburtstag. Dafür haben wir das Wochenende in Kampala verbracht. Dort haben wir uns mit anderen Freiwilligen getroffen und waren am Samstagabend einer Bar namens Jazzville. Dort haben wir bei super gutem Essen und leckeren Cocktails Live Musik genossen. Die Musik war ein Mix aus Klassikern des Pop und Jazz, aber auch ugandischen Stücken. Die Stimmung war super und am Ende haben wir alle getanzt. Das war also ein sehr schönes Wochenende.

Dann waren wir wieder in Kayunga und schon bald kam eine sehr überraschende Nachricht: Ich war eingeladen zu einem Auswahlgespräch bei der ganz besonderen Universität Witten/Herdecke. Ich hatte mich am Anfang des Jahres dort beworben, aber die Chance wirklich eingeladen zu werden, ist sehr gering. Ich konnte mir so eine Chance aber nicht entgehen lassen! Das Gespräch war am 9. April. Bis dahin waren nur noch zwei Wochen, also hieß es in Eile ein Flugticket nach Deutschland zu buchen, mich auf das Gespräch vorbereiten und alles weitere zu regeln. Ich habe mir also ganz offiziell zwei Wochen Urlaub geben lassen und war dann vom 1. Bis zum 15. April in Deutschland. Jan ist währenddessen hier in Kayunga geblieben. Er hat in der Zeit an einem Dokumentarfilm über das Eye Care (unsere Nachbarklinik) gearbeitet.

Ich hatte eine unglaubliche Zeit in Deutschland, habe das Gespräch hinter mich gebracht und dann blieb auch noch Zeit um Freunde und Verwandte wiederzusehen. Dann bin ich wieder abgereist, zurück nach Uganda. Viele in Deutschland haben mich gefragt: „ Und, willst du denn jetzt überhaupt wieder zurück nach Uganda?“ Um diese Frage zu beantworten: Ja, ich wollte wieder zurück. Für eine kurze Zeit den Luxus in Deutschland (heiße Dusche, unendlich viel Wasser, keine Stromausfälle, kein Staub…) genießen zu dürfen, war toll. Aber für mich ist dieses Jahr in Uganda einfach noch nicht final abgeschlossen und ich freue mich jetzt noch sehr auf meine restliche Zeit hier. Und so bin ich seit ein paar Tagen wieder hier in Uganda. Ich habe gemerkt, dass man wirklich innerhalb von 24 Stunden so weit reisen und wieder in eine ganz andere Welt eintauchen kann und das ist echt toll!

Hier in Kayunga ist alles gut wie immer. Inzwischen hat die Regenzeit wieder angefangen und es regnet wirklich Tag und Nacht. Das bedeutet auch, dass unsere Wasservorräte voll sind und wir gerade den Luxus von Wasser aus dem Hahn haben! Heute ist unser Tank sogar übergelaufen, weil wir so viel Wasser haben, echt super! Und die Stromausfälle sind gerade auch eher gering, das ist wirklich super!

Heute ist etwas sehr ekliges passiert, von dem ich aber unbedingt berichten wollte, weil es ja irgendwie dazu gehört. In unserem Bad haben wir zwei Duschen. Davon benutzen wir aber nur eine. Über den Abfluss von der Dusche, die wir nicht benutzen, haben wir eine Schüssel umgedreht draufgestellt, weil wir wissen, dass dort manchmal Kakerlaken rauskommen. Heute Nachmittag lag dann plötzlich im Haus und besonders in der Nähe des Badezimmers ein wirklich stechender Gestank in der Luft. Da hatten wir schon so eine Ahnung… Voller Ekel und die Luft anhaltend standen wir im Bad und Jan hat die Schüssel überm Abfluss mit einem Besenstiel umgedreht. Was sich darunter verbarg, ähnelte einem Massengrab. Einem Massengrab für Kakerlaken. Das war eines der ekligsten Dinge seit langem. Die Kakerlaken leben in unseren Abflüssen und auf der Suche nach Essen wollen sie dann ins Freie. Da kommen sie aber nicht weit wegen der Schüssel. Dann können sie allerdings auch nicht mehr in den Abfluss zurück, weil sie dann relativ schnell wachsen. So sind sie dann dort ihrem Tod geweiht und wenn ca. 15 Kakerlaken auf einem Haufen sterben, stinkt das ziemlich furchtbar.

Jetzt kehrt langsam der Alltag hier wieder ein. Und in 3 Monaten packen wir wohl schon langsam unsere Koffer und machen uns auf den Weg zurück nach Deutschland. Es ist unglaublich, wie die Zeit fliegt! Bis bald! J

14.03.16 Ultimative Wasserschlacht und ungebetene Hausgäste
Halli Hallo, da sind wir mal wieder. In den letzten Tagen sind einige überraschende (sowohl positive als auch negative) Dinge passiert. Fange ich mal mit dem positiven an: Unsere Mitbewohnerin Kathel hat jetzt in ihren letzten Tagen hier in Uganda selber nochmal Besuch von zwei Freunden aus Deutschland gekommen. Also waren wir wieder zu fünft hier im Haus. Einen Nachmittag saßen wir alle draußen auf unserer Terrasse. Es war mal wieder super heiß und wir hingen alle irgendwie ein bisschen in den Seilen, es war einfach zu heiß um irgendwas Aktives zu machen. Also saßen wir nur rum und waren mal wieder ein unglaublich spannendes Kino für ein paar Nachbarskinder. Die wurden dann aber ziemlich nervig mit ihrem „Muzungu, Muzungu“. Wir haben sie dann ein bisschen mit unseren Wasserflaschen nassgemacht in der Hoffnung sie würden vielleicht verschwinden. Falsch gedacht! Zwanzig Minuten später fanden wir uns in einer riesigen Wasserschlacht mit ca. 30 Kindern wieder. Jan hatte unsere leeren Plastikflaschen genommen und in den Deckel ein kleines Loch gemacht, sodass wir damit bewaffnet in die Schlacht zogen. Jedes Kind hatte auch so eine Flasche mit Loch bekommen und konnte diese selbstständig an unserem Regenwassertank auffüllen. Es nahm gar kein Ende, es kamen immer mehr Kinder in jedem Alter! Am Ende waren wir alle komplett nass und hatten super viel Spaß! Das war eine sehr tolle Erfrischung!
Und nun zu der negativen Überraschung. Einen morgen saßen wir alle ganz gemütlich beim Frühstück. Jan ist kurz ins Zimmer gegangen und wollte gleich das Bett machen. Als er die Bettdecke hochzog, saß eine Ratte am Rand des Bettes. Voller Schreck verließ er schnell das Zimmer und erzählte es uns. Aber was nun? Wie fängt man eine Ratte möglichst schnell? Wir hatten zwar Rattengift, aber das sollte man zusammen mit leckeren Bananen als Köder auslegen und ein paar Tage warten. Das stand also nicht zur Debatte. Da auch die Schranktür offen war, hatten wir nun die Vermutung, dass sie sich im Schrank verkrochen hatte. Also hieß es: Schrank ausräumen und vorsichtig Ausschau halten. Aber auch nachdem der Schrank komplett leer war, war von der Ratte immer noch keine Spur. Langsam machten wir uns Sorgen, dass sie vielleicht entkommen konnte. Oder dass Jan halluziniert hatte. Wir konnten nichts machen, sie schien weg zu sein… Beim Nachmittagstee saßen wir alle im Wohnzimmer und hörten plötzlich ein lautes Rumpeln in unserem Vorratsraum. Unsere Katze kam sehr glücklich mit einer dicken Ratte im Maul aus dem Vorratsraum spaziert. Da konnte die Ratte wohl doch entkommen. Ein Dank an die Katze! Problem gelöst!
Dachten wir. Als ich abends die frisch gewaschene und desinfizierte Bettwäsche wieder aufziehen wollte, konnte ich mich davon überzeugen, dass erstens Jan nicht halluziniert hatte und zweitens die Ratte das Zimmer nie verlassen hatte. Ich machte schnell die Schranktür zu und verließ das Zimmer. Jetzt wurden die beiden Jungs rein geschickt die Ratte zu fangen. Sie war also wohl doch den ganzen Tag im Zimmer versteckt geblieben. Und ein weiteres Mal an diesem Tag stellte sich die Frage: Wie fängt man nun eine Ratte? Die sind wirklich blitzschnell! Nach einiger Zeit fanden die Jungs ihr Versteck: Das Nachtschränkchen war von hinten unten offen. Dort hat sie sich wohl verkrochen. Bei dem Fangen der Ratte half sie selber ein bisschen mit. Aus Überlebensinstinkt sprang sie gegen das Fenster. Das hat aber noch einen Moskitoschutz und so hing sie nur am Gitter fest. Von innen haben wir das Fenster geschlossen und so war sie in dem Zwischenraum eingesperrt. Jan hat dann das Gitter von außen aufgeschnitten und so konnte sie entkommen… Was für ein Tag. Wo die zwei Ratten herkamen, wissen wir allerdings immer noch nicht genau. Hoffen wir einfach, dass bald nicht noch mehr zu uns kommen.
In der letzten Woche gab es auch ein Meeting, in dem wir über unsere Projektarbeit geredet haben. Ab Montag fangen wir jetzt wieder in der Hope Primary School an. Dort verbringen wir dann den gesamten Vormittag und nachmittags sind wir in der Klinik und Autowerkstatt. Wir wollen jetzt auch nur noch in die Hope gehen und nicht in andere Schulen. Da kann man einfach mehr machen und die Schüler besser kennenlernen. Bis bald und ganz liebe Grüße von Jan+Franzi

24.02.2016 Full House in Kayunga, Präsidentschaftswahlen und Dreadlocks

Nachdem wir aus Tansania sicher zurückgekehrt sind, hatten wir nur ein paar Tage um uns auszuruhen, bevor schon wieder Besucher vor der Tür standen. Hier wird es gerade nicht langweilig… Diesmal waren es Freunde von Jan und noch eine andere Freiwillige aus Uganda, die dann auch noch Besuch aus Deutschland bekommen hat. Das Haus war also voll! Am Valentinstagwochenende haben wir uns mit sieben Leuten auf den Weg in einen Nationalpark gemacht, um unseren Freunden auch wirklich die schönsten Seiten Ugandas zu zeigen. Es war wirklich toll in so einer großen Gruppe unterwegs zu sein. Wir haben uns alle super verstanden, obwohl sich nur die wenigsten von uns schon vorher kannten.
Außerdem haben sich ein paar von uns aufgemacht im Süden Ugandas einen Vulkan zu besteigen. Dieser ist nicht mehr aktiv. Aus mehreren Reiseführern und persönlichen Erzählungen hat sich allerdings ein Attribut dieser Besteigung klar herauskristallisiert: Sie sei abenteuerlich. Das sollten wir nun selber erfahren. So machten wir uns am nächsten Morgen auf und trafen um 7 Uhr unseren Guide. Nach einer kurzen Einweisung ging es los. Ausgestattet mit Regenjacke, Wanderstock, Mütze und Schal. Ja – ihr habt richtig gehört. Auch in Uganda kann es kalt sein. Wir befanden uns nämlich auf ca. 2000m Höhe als wir die Wanderung antraten und dann ging es nur noch höher… Wir hatten einen Guide dabei, der vorgegangen ist und eine Frau, die eine Waffe dabei hatte, ging hinter uns her. Sie erzählte uns nebenbei: „Manchmal tauchen hier Elefanten und Gorillas auf, die nicht so sozialisiert sind. Dann schieße ich ein paar Mal in die Luft und dann gehen sie meistens.“ Das beruhigte uns aber eher weniger… Vom Büro, wo wir morgens den Guide trafen, bis zum Fuß des Berges, dauerte es schon ca. 3h, die schon ein bisschen anstrengend waren. Auf diesem Weg hatten wir auf vielen Lichtungen den Blick auf unser Ziel: Mount Sabinyo. Sein Fuß war noch in Nebel getaucht und so konnten wir nur die gewaltige Spitze betrachten, wie sie über den Nebelwolken herausragte. Uns allen ging in etwa sowas durch den Kopf: „Da sollen/wollen wir also hoch, haha, das wird nie was.“ Fünf Stunden, angekündigter Muskelkater, schlechte Laune, und viel Atemlosigkeit später erreichten wir nun endlich die erste Spitze des Vulkans. Vor allem Kirsten und ich hatten mit der Strecke bis dorthin schwer zu kämpfen. Die Luft wurde dünn, der Kreislauf spielte nicht mehr so mit, wie er sollte und dann kam auch noch Höhenangst dazu. Wir Mädels schwebten eigentlich ständig zwischen „Wer hat sich die scheiß Idee ausgedacht?“ und „Ich bleibe jetzt einfach genau hier liegen und gehe kein Stück weiter!“ Aber Alex und Jan hatten unglaublich viel Geduld mit uns und so schafften wir es dann doch noch zur sehnlichst erwarteten ersten Spitze. Dort waren wir dann auf 3423m Höhe und hatten über 1000 Höhenmeter überwunden. Wir waren stolz auf uns! Der Ausblick war sehr schön, leider war es aber ziemlich neblig und wolkig da oben. Aber wir konnten es trotzdem genießen. Die Jungs wagten sich dann noch mit dem Guide weiter und wollten auch noch die dritte Spitze erklimmen. Wir Mädels blieben aber auf der ersten Spitze. Erst wurden wir noch versucht zu überreden mitzukommen, aber da war nichts zu machen. Als wir uns alle später unten wiedertrafen, erzählten Jan und Alex uns, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Das letzte Stück war sehr extrem: Eine kleine Treppe die eigentlich vertikal nach oben ging. Rechts und links Abgrund. Ein falsche Schritt… man will nicht dran denken. Aber sie haben es sicher geschafft und waren am Ende auf einer Höhe von 3669m und standen auf einer Dreiländergrenze: Uganda, Ruanda, Kongo. Das war ein unglaublich krasser Tag und am Ende waren wir sehr froh, dass wir es gemacht haben, aber auch sehr froh, dass es vorbei war. 😀
Am 18.02. waren hier in Uganda Wahlen, sowohl Präsidentschafts- als auch Kommunalwahlen. Das war ein sehr großes Thema hier. Vorab haben wir viele Informationsmails der Auswärtigen Amtes zum Thema Sicherheit und Umgang mit brenzligen Situationen bekommen. Wir sollten uns vor, während und nach der Wahl eher zuhause aufhalten und uns außerdem mit genügend Lebensmittel und Trinkwasser für einige Tage ausstatten. Wenn man das so hört, macht man sich schon so seine Gedanken, ob vielleicht schlimmeres passieren kann. Wir haben auch mit unseren Betreuern über das Thema geredet, sie haben uns versichert, es würde keine Probleme geben. Hier ein wenig hilfreiche Info zu den Präsidentschaftswahlen in Uganda: Eine Wahlperiode eines Präsidenten geht über fünf Jahre. Die letzten dreißig Jahre war immer derselbe Präsident an der Macht. Der 71-jährige Museveni wollte also auch bei dieser Wahl wieder antreten und die Macht nicht aus seinen Händen geben. Seine Partei ist die NRM (National Resistance Movement). Von vielen Leuten haben wir hier mitbekommen, dass Museveni Uganda zwar gut weitergebracht hat, aber es jetzt nicht mehr weitergeht damit. Ein Zeitungsartikel beschrieb Musevenis Regierungsstil mit der Überschrift „Stabilität ohne Perspektive“ und so haben wir es auch von vielen Leuten gehört. Gerade deswegen haben sich viele junge Leute, die mit einer hohen Arbeitslosigkeit in den Städten zu kämpfen, neu orientiert und Musevenis Herausforderer favorisiert. Es gab zwar 8 Kandidaten, aber nur zwei hatten nur eine reelle Chance: Museveni und der Oppositionsführer. Am 18.02 konnten wir also die Wahlgeschehnisse online verfolgen und sehen, wer wo mehr Stimmen bekommt. In und um größere Städte wie Kampala hatte der Oppositionsführer die Nase vorn, aber in ländlichen Gebieten lag Museveni mit teilweise über 95% sehr weit vorn. Insgesamt gewann Museveni dann mit knapp 60%. Der Oppositionsführer bekam insgesamt ca. 35%. Vielen war von Anfang an klar, dass wieder Museveni gewinnt. Die Opposition hatte sich aber Hoffnung gemacht, dass sie ihn vielleicht unter die 50% Marke bringen könnten, dann hätte es eine interessante Stichwahl gegeben. Wahlbeobachter aus der ganzen Welt beurteilen diese Wahlen als alles andere als demokratisch. Der Oppositionsführer wurde wenige Tage vor der Wahl mehrere Male festgenommen und konnte so nicht mehr seine finalen Reden halten. Außerdem wurden Soziale Medien wie Facebook, Twitter und Whatsapp von Ugandas führenden Internetanbietern für 4 Tage über die Wahltage blockiert, natürlich alles von Museveni initiiert. Daran sieht man was für eine große Macht er über das Land hat. Für uns war es aber ganz gut, dass er gewonnen hat. So gab es nämlich keine Aufstände oder großen Terror. Jetzt ist alles wieder normal.
Gestern war auch ein sehr ereignisreicher Tag. Kathel, die jetzt schon sowas wie unsere Mitbewohnerin geworden ist, hat Jan dazu überreden können, seine Haare neu zu stylen. Dreads sollten es werden. Also machten wir uns auf nach Kampala. Dort gingen wir erstmal Kunsthaare kaufen. Das war aber gar nicht so einfach, da wir erstmal erklären mussten, was wir überhaupt wollten. Außerdem gibt es hier auch nicht so viele blonde Kunsthaare, weil einfach niemand blonde Haare hat. Dann hatten wir endlich, das wovon wir dachten, es sei das richtige. Jan war davon noch nicht überzeugt. Wir wurden gleich von einer jungen Frau mitgenommen, die uns versprach, sie könne es machen, wie wir es wollten. Jan war immer noch nicht überzeugt. Die Frau führte uns in einen Keller einer Einkaufspassage. Wir gingen viele Treppe herab und was sich schließlich ganz unten zeigten, war sehr interessant: Eine große Halle voller kleiner Shops, in denen aber überall dasselbe passierte: Überall wurden Menschen die Haare gemacht. Geflochten, geglättet, gewaschen, Kunsthaare angenäht… Und alles durcheinander. Auf dem Boden lagen überall Haare verteilt. Kinder liefen und lagen zwischendrin, Menschen verkauften Essen, Schmuck und sonstigen Krimskrams. Und so sollte auch Jan sich zwischen allen Menschen auf einen unbequemen Plastikstuhl setzen. Er zeigte noch schnell ein Bild, wie er es wollte und dann gings los. Jan war immer noch nicht überzeugt. Aber die Frau war total schnell und man hatte das Gefühl, sie wusste was sie tut. Sie nahm das Kunsthaar, rupfte es geschickt auseinander, legte es an Jans Haare an, drehte sie mit ein und ging dann mit einer Häkelnadel durch und machte alles auf wundersame Weise sehr fest. Wir konnten absehen, dass es sehr lange dauern wird, also ließen Kathel und ich uns eine Pediküre machen. Die wurde von zwei jungen Männern durchgeführt. Das war sehr interessant. Sie machten aber gute Arbeit. Drei Stunden, eine sehr intensive Pediküre und ein unter Jan zusammenkrachender Plastikstuhl später konnten wir ihn dann wieder abholen und er war fertig. In den Bildern seht ihr das Ergebnis 🙂

27.01.2016 Und schon wieder ein Monat rum…

So, jetzt ist der Januar auch fast vorbei. Die Zeit verfliegt immer schneller. Wir waren die letzten drei Wochen unterwegs auf dem Zwischenseminar in Tansania und danach im Urlaub auf Sansibar:

Am 6. Januar haben wir uns in aller Frühe auf den Weg nach Kampala gemacht. Dort haben wir uns in einen großen Reisebus gesetzt und dann ging das Abenteuer los. Der Reisebus war sogar ganz bequem, das hätten wir nicht erwartet. Dann machten wir uns auf Richtung Tansania. Alle Menschen im Bus waren ganz freundlich, aber das Team des Buses hat natürlich kein Englisch gesprochen, sondern Luganda. Also haben wir nichts von dem verstanden, was durch den Bus gebrüllt wurde. Wir konnten also immer nur erahnen und fragen, was gerade passiert.

Irgendwann in der Nacht sind wir dann einfach stehengeblieben. Es wurden wieder Sachen umhergebrüllt und Jan und ich waren mal wieder ahnungslos. Und so standen wir dann da und standen da und standen da. Für über fünf Stunden. Später haben wir dann herausgefunden, dass es in Tansania anscheinend eine Nachtfahrsperre für Busse und LKW gibt und es hat uns eine Straßensperre daran gehindert, weiter zu fahren. Irgendwann in der Morgendämmerung setze sich der Bus dann wieder in Bewegung. Zu dem Zeitpunkt waren wir dann schon über 24 Stunden unterwegs. Langsam fingen meine Beine und Füße an, anzuschwellen. Naja, nach über 24 Stunden sitzen eigentlich kein Wunder. Ein Blick auf die Karte verriet uns aber leider, dass wir noch lange nicht am Ziel waren. Zwischen Lesen, Sudoku machen, Filme gucken, Musik hören, Essen, Trinken, Unterhalten und Schlafen, wurde es dann aber echt langweilig. Und die Sitze waren dann auch nicht mehr so bequem. Dann waren langsam über 30 Stunden rum und wir konnten absehen, dass wir viel zu spät zum Seminar kommen. Dann, nach 41 Stunden im Bus kamen wir mit einer 7 stündigen Verspätung endlich zum Seminar. Das war ganz schön krass. Zum Glück kamen wir aber rechtzeitig zum Abendessen und danach gab es eine ganz langes Duschen und endlich ein richtiges Bett.

Das Seminar war echt toll. Wir waren ca. 30 Deutsche, die gerade in verschiedenen Ländern Südostafrikas ihren Freiwilligendienst machen. Wir hatten tolle Gespräche und konnten uns super austauschen über Probleme, Erfolge und eigentlich alles. Wir haben zusammen das letzte halbe Jahr reflektiert und dann gemeinsam auf das kommende halbe Jahr geschaut. Dabei ist uns allen klar geworden, dass es jetzt wirklich nur noch ein halbes Jahr ist, bis man wieder zuhause ist. Das ist echt verrückt. Wir haben über diese eine Woche tolle neue Freundschaften schließen können.

Nach dieser Seminarwoche, haben wir uns mit der Fähre Richtung Sansibar aufgemacht. Die Insel liegt vor der Künste Tansanias, die Fähre braucht ca. 1,5 Stunden. Dort wurden wir von meiner Freundin Annika erwartet. Sie macht ihren Freiwilligendienst auf Sansibar. Wir sind aus der Schulzeit beste Freunde und es war Zufall, dass wir beide so verhältnismäßig „nah“ aneinander unseren Freiwilligendienst verbringen. Da war es natürlich klar, dass wir sie besuchen müssen. Wir haben also während der Zeit auf Sansibar bei ihr gelebt. Da sie dort schon seit August lebt, konnte sie uns alle tollen Insider Orte verraten. Der Urlaub war traumhaft schön. Die Insel ist ein Traum. Dort gibt es schon ziemlich viele Touristen und alles ist ziemlich europäisch und weniger „afrikanisch“, so wie wir es kennen. Es gab viele Restaurant und auch große, tolle Hotelanlagen. Was auch sehr interessant und neu für uns war, war die Tatsache, dass auf Sansibar 99% Muslime sind. Man hört also immer ihre Gesänge, auch ganz früh am Morgen und man sieht ganz viele Moscheen. Annika hat etwas sehr Schönes gesagt, was mir bis heute im Kopf geblieben ist: „Es ist so schön, in einem muslimischen Land zu sein, in der Zeit dieser furchtbaren Terroranschläge der IS. Ich habe den Islam ganz anders und neu kennengelernt. Die Menschen hier sind unglaublich empört darüber, was der IS für ein Bild vom Islam in der Welt verbreitet und das kann ich vollkommen verstehen, jetzt wo ich hier für ein paar Monate gelebt habe.“ Das war einfach sehr interessant.

Auch wir beide haben alle Menschen als außerordentlich nett, respektvoll und zuvorkommend erlebt. Es ist irgendwie nochmal eine andere Mentalität als in Uganda. Damit will ich nicht sagen, dass Menschen in Uganda nicht so sind, es war nur einfach irgendwie anders. Auch ein bisschen offener. Das kommt wahrscheinlich wegen den vielen Touristen.

Während unserer Zeit dort haben wir so tolle Sachen gemacht. Wir waren Schnorcheln, haben Riesenschildkröten gesehen, verlassene Traumstrände besucht, super leckeres Essen genossen. Es war einfach alles echt toll und unbeschreiblich!

Dann haben wir uns nach einer Woche wieder auf den Weg nach Uganda gemacht. Das waren dann wieder ca. 40 Stunden Busfahrt bis nach Kampala. Dort haben wir noch eine Nacht im „Backpackers Hostel“ übernachtet und uns eine warme Dusche und Essen gehen gegönnt. Am nächsten Tag ging es dann in aller Frische auf die letzte Etappe: Von Kampala nach Kayunga. Die zwei Stunden im Taxi kamen uns plötzlich so wenig vor…

Und jetzt sind wir wieder hier und glücklich nach drei Wochen endlich nicht mehr aus dem Rucksack leben zu müssen… 🙂

28.12.2015 Ein vollgepackter Dezember

Jetzt haben wir uns wirklich schon länger nicht gemeldet. Es ist aber auch einiges passiert. Ich fange mal von vorne an:
Am 5. Dezember sind meine Eltern am Flughafen in Entebbe angekommen. Zusammen haben wir zwei wunderschöne Wochen verbracht. Wie auch mit Jans Familie, haben wir zusammen eine Tour durch Uganda gemacht um ihnen wirklich die schönsten Seiten Ugandas zu zeigen. Dabei haben wir Nationalparks natürlich nicht ausgelassen. In beiden Nationalparks, die wir besucht haben, hatten wir unglaublich Glück mit den Tieren. Der Murchison Falls Nationalpark ist einer der wenigen Nationalparks in Uganda, in dem es Giraffen gibt. Die wollten wir also unbedingt sehen. So machten wir uns in der Dämmerung mit unserem Mietauto auf den Weg ab in die Wildnis! Und dies im wahrsten Sinne des Wortes: Vor und hinter uns waren keine Autos mit anderen Touristen also waren wir ganz auf uns gestellt. Wir schlugen einen eher verwachsenen und kaum einsehbaren Weg ein. Zwischenzeitlich waren wir uns nicht mehr sicher, ob wir überhaupt auf einem zugelassen Weg fahren. Das Gras wurde immer dichter und dichter. Und dann plötzlich wurden wir überrascht: Wir fuhren um eine Kurve und was sich dahinter verbarg hätten wir alle nicht erwartet: Zehn Giraffen standen mitten auf dem Weg vor uns! Große, kleine, junge, alte. Die schauten dann alle ganz verwirrt in Richtung unseres Autos. Die hatten uns wohl auch nicht erwartet. Als wir dann unsere Blicke von den Giraffen vor uns lösen konnten, merkten wir erst, dass auch rechts und links von uns ganz viele Giraffen waren. Das ist wirklich unbeschreiblich. Wir waren mitten in einer riesigen Giraffenherde von über 30 Tieren. Sie blieben alle sehr ruhig und ließen sich von uns wirklich nicht stören und so konnten wir die Schönheit und Größe dieser Tiere in aller Ruhe betrachten (und auch viele Fotos machen). Die Giraffen vor uns auf dem Weg gingen auch nur sehr langsam zu Seite. Später haben wir im Reiseführer gelesen, dass die Route, die wir gefahren sind, sehr „schwierig zu fahren“ ist. Naja, Glück für uns!
Im nächsten Nationalpark hatten wir ebenfalls großes Glück. Dort kamen wir erst kurz vor Sonnenuntergang an und hatten an diesem Abend eigentlich nicht geplant, noch Tiere zu sehen. Dann kam es aber doch ganz anders: Kurz nachdem wir in den Nationalpark reingefahren sind und auf dem Weg zu unserer Unterkunft in dieser Nacht waren, spazierte ein Elefant vor uns auf den Weg. Das war eine super Begrüßung! Im Dunkeln bezogen wir dann unsere Unterkunft. Und dann wurden wir erneut überrascht: Auf dem gesamten Gelände der Unterkunft schlich eine große Elefantenfamilie umher. Man hörte die Büsche rascheln, denn die Elefanten nahmen wohl gerade ihr Abendessen zu sich. Sie waren wirklich nicht mehr als zehn Meter von uns entfernt! Junge waren auch dabei. Manchen trompeteten auch für uns! Das war richtig super! Auch sie hatten wenig Angst vor Menschen und bewegten sich nur sehr langsam, auch wenn man auf sie zuging. So schliefen wir an dem Abend zu trompetenden Elefanten um uns herum ein. Am nächsten Morgen machten wir uns wieder in der Morgendämmerung auf dem Weg um noch mehr Tiere zu sehen. Und bei der Hoffnung wurden wir nicht enttäuscht: Es dauerte nicht lange, bis wir Elefanten auf unserem Weg trafen. Zwischen den Büschen tauchten dann immer mehr auf… Es war wie bei den Giraffen! Ganz unglaublich! Wir standen mit dem Auto wirklich direkt neben ihnen und konnten ihnen zuschauen, wie sie ganz frei und in ihrer gewohnten Umgebung lebten. Wir waren alle sehr begeistert! Löwen haben wir dann zwar nicht mehr gesehen, aber wir waren schon mehr als zufrieden mit dem, was wir genießen durften.
Nach zwei erlebnisreichen und wunderschönen Wochen haben Jan und ich Mama und Papa dann wieder zum Flughafen gebracht, die voller Eindrücke wieder nach Deutschland geflogen sind. Dann erwartete uns zwei zurückgebliebene schon die nächste Herausforderung, der Rückweg. Sobald wir im Auto saßen fing es dermaßen an zu regnen, dass innerhalb von wenigen Minuten die Straßen zu Flüssen wurden und wir mit Tempo 30 langsam nach Hause schlichen. Um kurz vor Fünf waren wir dann endlich zuhause und fielen todmüde ins Bett. Um 7 Uhr morgens fingen allerdings unsere Nachbarn an sehr laut Musik zu spielen da sie irgendetwas feierten. Das war eher nicht so toll da wir erst zwei Stunden geschlafen hatten. Glücklicherweise ist dann am frühen Vormittag der Strom ausgefallen! Darüber waren wir sehr froh.
Über Weihnachten waren wir bei ehemaligen Nachbarn von Jan hier in Uganda eingeladen. Die haben ein Haus im Süden Ugandas. Kurz bevor wir unsere Reise dorthin angetreten haben, kam ein Freund von uns vorbei und brachte uns sein Weihnachtsgeschenk. Ein Hahn! Er hatte einen lebendigen Hahn auf sein Motorrad geschnallt und zu uns gefahren. Den hat er uns dann stolz übergeben und gesagt: „Ja den könnt ihr schlachten und dann ist das eurer Weihnachtsessen!“ Wir waren sehr überfordert, aber haben ihn natürlich erstmal angenommen. An den Füßen zusammengefesselt lag er nun in unserem Flur. Wir entschließen uns allerdings schnell dazu, ihn wieder freizulassen. So haben wir ihn losgebunden und in den Garten freigelassen.
Danach sind wir in den Süden gefahren. Das war wirklich schön dort. Die Familie ist sehr herzlich und die Landschaft dort unten im Süden einfach traumhaft. Das kleine Dorf, in dem sie wohnen, ist umgeben von großen, grünen Hügeln und es sieht aus wie bei den Teletubbies! Weihnachten wird hier am 25. Dezember gefeiert, dem 24. wird keine große Bedeutung zugeschrieben. Das war für uns etwas ungewohnt und schade, aber naja. Am 25. Ging es dann in den Weihnachtsgottesdienst. Die Kirche war wirklich sehr, sehr voll! Leider war der Gottesdienst nicht auf Englisch, so konnten wir nichts verstehen. Aber es wurde viel gesungen, das war schön. Es wurde nur komisch als dann Kühe, Ziegen, Hühner und andere Dinge als eine Art Bezahlung oder Opfergabe in die Kirche gebracht wurden und dort dann versteigert wurden. Das war sehr anders! Wir kamen später zum Gottesdienst und sind auch früher gegangen und waren trotzdem fast drei Stunden da. Man kann da also wirklich den ganzen Tag im Gottesdienst sitzen. Zuhause gab es dann leckeres traditionelles ugandisches Essen: Matoke (Kochbananen) Reis, Hühnchen, Kartoffeln. Leider gab es keinen Weihnachtsbaum, keine Deko und keine Geschenke. Die Weihnachtsmagie hat uns beiden also leider gefehlt. Der Besuch war wirklich sehr schön, aber ein richtiges Weihnachten war es nicht. Am gemütlichsten ist Weihnachten wohl immer noch Zuhause.
Inzwischen sind wir wieder in Kayunga. Silvester werden wir mit Freunden in Kampala verbringen. Dann reisen wir am 5. Januar nach Tansania, weil dort unser Zwischenseminar stattfinden wird. Das ist so verrückt, weil dann schon fast die Hälfte der Zeit hier rum ist – das erscheint mir echt skurril, wenn ich das gerade so schreibe. Nach dem Zwischenseminar werden wir noch eine Woche Urlaub auf der traumhaft schönen Insel Sansibar machen. Dann kommen wir gegen Ende Januar wieder und dann kommen auch schon Freunde von Jan zu Besuch. Uns wird also nicht langweilig werden in der nächsten Zeit.
Wir wünschen allen, die das hier lesen, schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir freuen uns, dass so viele unsere Erfahrungen hier mitverfolgen! Schaut euch auch die Bilder an!

24.11.2015: Die Regenzeit

Wir sind jetzt in der Regenzeit angekommen, von der so oft geredet wird. Diese Zeit ist für die Leute hier sehr wichtig. Es ist die Zeit, in der neu gepflanzt wird. Das haben wir uns auch zu Herzen genommen und einen kleinen Gemüsegarten angelegt. Dieser besteht bis jetzt nur aus Tomatenpflanzen, aber es sollen noch Salat, Zucchini und viele andere leckere Dinge folgen. Die Tomaten wachsen schon richtig gut!
Die Regenschauer sind jetzt heftig und lange. Dies sorgt allerdings nur für eine kurze Abkühlung. Kurz vor und nach dem Schauer klettern die Temperaturen wieder auf ca. 30° Celsius. Es wird also nicht wirklich kühler.
Wir haben nun auch die Mentalität der Menschen in der Regenzeit kennengelernt: Wenn es regnet, passiert hier nichts. Das liegt auch an den schlechten Straßen. Die überschwemmen und werden zu richtigen Flüssen. Man kommt also nirgends mehr hin und bleibt einfach zuhause. Wir waren etwas überrascht und verwirrt darüber. Wenn wir in Deutschland jedes Mal im Bett liegen bleiben würden, wenn es morgens regnet, dann würden wir nicht mehr viel von der Welt sehen. Aber hier scheint das normal zu sein. Also haben wir das auch mal ausprobiert… Und es ist ganz gut!
Die Arbeit in den Schulen ist im Moment ein wenig in den Hintergrund gerückt. Das liegt zum einen an dem vielen Regen, aber auch daran, dass zurzeit die Klausuren zum Schuljahresende geschrieben werden. Die Schulen sind damit sehr beschäftigt. Außerdem sind Jan und ich immer noch dabei ein besseres Programm für uns zusammenzustellen, da wir mit der Arbeit in der letzten Zeit nicht zufrieden waren (wie bereits berichtet). Anfang Dezember fangen dann die großen Ferien an und die Schule beginnt erst Anfang Februar wieder. Da starten wir dann hoffentlich frisch mit neuen Ideen. Wir konzentrieren uns im Moment auf unsere Zeit in der Autowerkstatt und im Krankenhaus.
In zwei Wochen kommen meine Eltern zu Besuch und wir wollen auch ihnen ein bisschen von Uganda zeigen und wie wir hier so leben. Das wird sicher wieder toll.
Zu guter Letzt noch ein kleines Update zu unserer derzeitigen Wasser- und Stromsituation: Wasser haben wir sehr ausreichend. Das ist total super. Momentan ist es so, dass ganz viele Leute das Regenwasser auffangen und ihren Wasserhahn zuhause abdrehen. Das bedeutet, dass der Druck in den Leitungen zurzeit hoch genug ist, dass das Wasser in unserem Wassertank ankommt. Wir haben also fließend Wasser! Zusätzlich können wir das Regenwasser in großen Fässern auffangen. Der Strom ist hingegen nur sehr unregelmäßig da. Bei den heftigen Regenschauern fallen oft Strommasten um und dann ist der Strom erstmal für ein paar Stunden weg. Das ist nervig, aber da kann man echt nichts machen. Und man kann sich echt an alles gewöhnen…

02.11.2015 Land, Leute und Tiere – family roadtrip!

Heute vor genau zwei Wochen hockten wir mit sechs Personen hier in unserem Wohnzimmer über einer großen Landkarte von Uganda. Jans Familie war angekommen. Wir wollten eine konkrete Reiseplanung aufstellen: Wo soll es hingehen? Welche Nationalparks lohnen sich? Wie kommt man am schnellsten dorthin? Auf welchen Straßen kann man platte Reifen umgehen? Diese Planung mit sechs Personen durchzuführen, die alle andere Vorstellungen und Ideen hatten, war eine erste kleine Hürde. Nach einigem Hin und Her waren wir uns dann aber einig: Zuerst verweilten wir einige Tage hier in Kayunga und Umgebung und trafen alle unsere Betreuer und Freunde, bevor wir uns dann Richtung Norden aufmachten. Dort besuchten wir den Murchison Falls Nationalpark. Von dort aus ging es dann im Westen Ugandas am Lake Albert See entlang Richtung Süden in den Queen-Elizabeth Nationalpark. Unsere Endstation der Reise war schließlich Kabale, welches im südlichsten Zipfel von Uganda liegt.
In und um Kayunga wurden unsere „Besucher“ ganz herzlichen von vielen unserer Freunde und Betreuer aufgenommen. Wir zeigten den Markt, die Schulen, in denen wir arbeiten und die Wege, die wir täglich gehen. Außerdem lernten sie auch das Alltagsleben hier im Haus kennen. Dabei kamen öfter Fragen auf wie: Wie, keine warme Dusche? Aus welcher Tonne ist jetzt das saubere Wasser? Benutzt ihr wirklich Regenwasser zum Waschen? Da haben Jan und ich gemerkt, wie sehr wir uns schon an unseren Haushalt und die improvisierten Kleinigkeiten im Alltag gewöhnt haben.
Für die gesamte Reise hatten wir uns ein Auto geliehen, was eigentlich genau richtig für die Straßenverhältnisse Ugandas ist: Groß und Robust. Wir waren sehr glücklich mit dem Auto. Während unserer Zeit hier in und um Kayunga haben wir uns auch einen Tag für einen Ausflug nach Kampala genommen. Kampala ist so unglaublich hektisch und der Verkehr macht einen echt fertig. Das ist echt kaum zu beschreiben. Wir sind aber sehr glücklich gewesen, als wir ohne Probleme wieder aus der Stadt rausgekommen sind. Aber so wie es das Schicksal wollten, kamen wir dann doch nicht ganz ohne Probleme in Kayunga an: Ca. einen Kilometer vor Kayunga machte das Auto komische Geräusche und schnell war klar: Ein Reifen war platt. Na toll. Wenn das so weitergeht, dachten wir, dann werden wir niemals im Nationalpark ankommen, weil die Straßen dorthin im besten Fall nur so von Schlaglöchern übersäht sind. Manche „Straßen“ sind gar nicht erst asphaltiert. Aber hingegen aller Befürchtungen blieb dieser geplatzte Reifen unser erster und einziger während der gesamten Reise.
Nach ein paar Tagen wurde dann das Auto vollgepackt und los ging es Richtung Murchison Falls Nationalpark. Man könnte sagen, der Weg war steinig und schwer, aber wir sind sicher angekommen. Gleich nachdem wir in den Park einfuhren, begegneten uns ein paar Affen am Straßenrand. Das war ein vielversprechender Beginn unserer Safari und es wurde nur noch besser. Am Nachmittag machten wir bei wunderschönem Sonnenschein eine Bootstour auf dem Nil und an den Ufern bot sich uns fast die gesamte Vielfalt afrikanischer Tiere, die man auf einer Safari unbedingt sehen muss: Elefanten, Krokodile, viele Nilpferde, Wasserbüffel, Seeadler, Giraffen und einen atemberaubenden Wasserfall. Das war ziemlich überwältigend. Als wir uns abends in kleinen Hütten zum Übernachten einnisteten, kam aber noch eine große Überraschung: Wir hatten gerade unsere Schlüssel bekommen und gingen zu unseren Hütten. Es war bereits dunkel. Als wir uns der Hütte näherten, hörten wir schon ein ziemlich lautes Schmatzen. Dann entdeckten wir es: Ein riesiges Nilpferd stand direkt vor unserer Hütte und graste so vor sich hin. Und es ließ sich auch nicht von uns stören. Die Hütten stehen ja auf dem Gelände des Nationalparks, deswegen sind da ja wirklich überall Tiere, die frei herumlaufen. Aber dass sich ein Nilpferd so nah an Menschen herantraut, hätte ich nicht gedacht.
Die nächsten Tage verliefen dann eigentlich relativ gleich: Früh aufstehen, ab ins Auto und dann umherfahren. So konnten wir die Tiere noch in der Morgendämmerung sehen. Es galt die Regel: Dort, wo eine Ansammlung von Autos zu sehen ist, sind meistens Tiere zu sehen. Also hinterher! So sahen wir dann Elefantenfamilien, viele Giraffen, die vor uns die Straße überquerten, ganz viele Antilopen verschiedenster Art, eine riesige dicke Schlange, Büffelherden und natürlich kleine Äffchen am Straßenrand und in den Bäumen. Das war alles sehr aufregend! Es ist so schön, eine Elefantenfamilie am Ufer des Nils entspannt trinken zu sehen. So frei und unbeschwert. Das hat nichts mit dem Anblick eines Elefanten in einem Zoo zu tun. Das war echt toll.
Richtung Süden veränderte sich auch allmählich die Landschaft, die im Auto an uns vorbeizog. Es wurde immer hügeliger. An vielen Hügeln wurde Tee angebaut. Dieser Tee ist besonders grün, was die Landschaft wie in einem Film aussehen lässt. Was mich auch besonders erstaunt hat, ist die Weite des Landes. Man kann so unglaublich weit sehen und trotzdem ist das, was man sieht, nur eine Stecknadelspitze auf einer Afrikakarte. Das ist sehr erstaunlich. Wir überquerten auf unserem Weg gen Süden auch den Äquator und waren ab dann auf der Südhalbkugel unterwegs.
Kurz bevor wir den Nationalpark im südlichsten Teil verließen, wollten wir dann doch nochmal schauen, ob wir nicht vielleicht ein paar Löwen finden. Diese sind immer schwer zu finden. Doch Dank eines guten Tipps eines Tour Guides einer anderen Gruppe, fanden wir sie dann doch noch: Fünf Löwen hoch oben in einem Baum liegend. Sie hielten wohl gerade ihren Mittagsschlaf. Wir konnten mit dem Auto direkt unter den Baum fahren. Das war sehr aufregend. Manche sind dann aufgewacht und haben sich ein bisschen bewegt und uns angeguckt, aber sie sind nicht herunter gekommen. Löwen in freier Wildbahn zu entdecken – das war definitiv das Highlight!
In Kabale ( der alten Heimat von Jans Familie ) angekommen, besuchten wir dann alte Freunde und Bekannte. Das war auch sehr nett. Alle haben uns ganz herzlich aufgenommen. Während unserer Zeit in Kabale waren wir auch eine Nacht auf Bushara Island. Das ist eine kleine Insel im Lake Bunyoni. Auf der kleinen Insel stehen ein paar Zelte und Hütten zum Übernachten, fern ab von jeglicher Zivilisation. Dort konnten wir nochmal richtig entspannten, am Steg liegen, ins Wasser springen und Kanu fahren. Das war sehr schön und ein perfekter Abschluss unserer Reise. Kabale liegt auf ca. 2000m Höhe, was wir in Bezug auf die Kraft der Sonne alle ein wenig unterschätzt haben. Schließlich hatten wir alle nach nur ca. einer Stunde in der Sonne liegen einen heftigen Sonnenbrand.
Dann packten wir das Auto wieder zusammen und machten uns wieder auf in den Norden. Kayunga wartete auf uns und es lagen ca. 8 Stunden Fahrt vor uns. Das war anstrengend, aber auch das haben wir gemeistert. Und ein Highlight gab es dann noch: Auf der Fahrt haben wir Zebras gesehen. Einfach so Straßenrand im Gras stehend. Das war richtig überraschend und sehr schön! Damit haben wir dann wirklich alle Tiere gesehen, die es so zu sehen gibt! Total super!
Dann hieß es langsam endgültig Sachen packen. In Kampala blieben wir für den letzten gemeinsamen Abend und schauten uns eine Show des Kulturcenters an. Dort wurden verschiedenste traditionelle Tänze vorgeführt. Außerdem haben wir auch viele traditionelle Klänge und Musik gehört. Das war wirklich sehr schön und ein toller runder Abschluss für eine wunderschöne Zeit.
Für uns heißt es jetzt zurück ins Alltagsleben. Dafür haben wir im Moment noch wenig Motivation, aber das wird schon. Außerdem müssen wir uns auch langsam um unsere permanente Aufenthaltsgenehmigung kümmern, da unser drei-Monats-Visum Ende November ausläuft. Und dann kommen in vier Wochen auch schon Franzis Eltern passend zur Vorweihnachtszeit.
Also – es bleibt sehr busy hier, aber wir halten euch auf dem Laufenden. Guckt unbedingt die schönen Bilder an und werdet ein wenig neidisch 🙂

11.10.2015 Viele süße Kinder und ein neuer Rekord im Stromausfall

Ganz, ganz schnell ist schon eine weitere Woche vergangen. Wir haben das Gefühl die Zeit verfliegt immer schneller!
Die Arbeit in den Schulen läuft immer noch durchwachsen. Wir haben aber ein paar Veränderungen im Programm gemacht, in der Hoffnung dass es jetzt ein bisschen besser wird. Die Kinder sind aber alle unglaublich süß und freuen sich so über uns. Bis jetzt spielen wir mit ihnen Völkerball, malen Bilder oder helfen bei der Essensausgabe. In einer 4. Klasse haben wir neulich Bilder gemalt und ein kleiner Junge hat auf sein Bild geschrieben: „ Jan und Franzi sind meine besten Freunde. Gott segne sie.“ Das hat er uns ganz stolz präsentiert und wir waren sehr glücklich.
Am Dienstag hatte Jan Geburtstag. In der Schule wurde er von ganz vielen Kindern begrüßt, die für ihn „Happy Birthday“ sangen. Jeder wusste Bescheid, das war ganz süß.
Dann bekamen wir Stromausfall. Daran sind wir ja nun wirklich schon gewohnt, aber wir hatten nicht gedacht, dass es so lange dauern würde. 36 Stunden – das ist ein neuer Rekord. 36 Stunden ohne Licht, Wasserkocher usw. Nach einiger Zeit waren auch die Akkus von unseren Handy und Laptops leer. Das heißt wir waren irgendwie ziemlich abgeschnitten von der Außenwelt und saßen zuhause im Kerzenlicht. Die Stromausfälle sind für Jan besonders doof. Er hat Diabetes und sein Insulin muss im Kühlschrank gelagert sein und darf 8 Grad eigentlich nicht überschreiten. Beim Stromausfall geht aber der Kühlschrank auch nicht und wird immer wärmer und wärmer… Nach der langen Zeit ohne Strom waren wir dann also sehr, sehr erleichtert, als das Licht wieder anging und der Kühlschrank sich wieder abkühlte.
Am Freitag war hier Independence Day. Da haben viele Menschen auf den Straßen die Unabhängigkeit Ugandas gefeiert. Es wurde ganz viel laut gesungen. Das passiert hier aber eigentlich oft, deswegen war der Tag nicht so anders, als alle anderen. Der Independence Day ist ein nationaler Feiertag, also hatten wir frei. Eine Freundin hat mit uns einen Ausflug zu weiteren Wasserfällen gemacht. Das war auch ganz schön. Auf dem Rückweg nach Hause sind wir in dem Gebiet vorbeigekommen, in dem es in ganz Uganda die besten Ananas gibt. Das konnte wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und so haben wir diesen Abend mit einer superleckeren, supersüßen Ananas im Garten beim Sonnenuntergang ausklingen lassen.
Am Wochenende haben wir in gemütlicher Runde mit ein paar Freunden zusammengesessen, um Jans Geburtstag ein wenig nachzufeiern. Das war wirklich sehr nett. Wir haben ganz viel Kürbissuppe gemacht, die von allen sehr gemocht wurde.

04.10.2015 „Okay, dann unterrichtet mal!“

Wir haben uns jetzt schon länger nicht gemeldet. In der letzten Woche ist aber auch nicht allzu viel passiert, vielleicht kehrt der Alltag langsam ein:
Wir waren die gesamte Woche über jeden Tag in einer anderen Schule. Mit einigen Schulen ist die Zusammenarbeit wirklich super. In einer Schule wurde zum Beispiel extra eine Klasse mit besonders interessierten Schülern für uns zusammengestellt. Dort bringen wir ihnen dann Deutsch bei und sie uns Luganda, die Sprache, die hier neben Englisch gesprochen wird. Das gefällt uns so ganz gut, besonders weil auch nur ca. 20 Kinder in der Klasse sind. Das sind echt wenig im Gegensatz zu den „normalen“ Klassengrößen mit ca. 50 – 70 Schülern. An anderen Schulen ist es aber leider so, dass wir mit der Erwartungshaltung empfangen werden, fertig ausgebildete Lehrer zu sein. Dort werden wir dann kurz den vielen Schülern vorgestellt und dann heißt es „Okay, dann unterrichtet jetzt mal Kunst“. Da sind wir etwas überfordert gewesen. Vor allem weil hier auch neben Bleistiften und einem Blatt Papier pro Person keine weiteren Materialen für einen Kunstunterricht vorhanden sind. Wir müssen uns also ganz viel ausdenken, was man im Kunstunterricht hier machen kann. Kreative Ideen nehmen wir dankend entgegen!
In den Schulen müssen wir uns also noch ein wenig einfinden und erklären, dass wir noch keine Lehrer sind und eher ein wenig mithelfen wollen als direkt den Unterricht zu leiten.
Des Weiteren haben wir uns noch mehr um das Haus gekümmert: Wir fanden das Wohnzimmer brauchte ein neues Accessoire an der Wand und so haben wir einen Löwen an die Wand gezeichnet. Die Vorlage haben wir aus dem Internet erstmal mit Bleistift nachgezeichnet und dann schließlich mit schwarzer Farbe ausgemalt. Das hat super viel Spaß gemacht. In den Bildern könnt ihr unser kleines Kunstwerk betrachten. Wir sind schon ziemlich stolz. Wir sind uns sicher, dass noch weitere „Wand Tattoos“ hier im Haus dazukommen. Eine Giraffe in der Küche ist schon geplant.
Ein kleines Highlight der Woche kam als wir eines Abends draußen im Garten saßen und uns den wunderschönen Sonnenuntergang anschauten. Wie immer haben wir die Aufmerksamkeit von vielen Kindern auf uns gezogen. Die waren gleich ganz glücklich uns zu sehen. Zu unserer Überraschung wurden wir diesmal mit unseren Vornamen gerufen. Wir dachten wir hören nicht richtig. Das war ganz toll. Viel netter als immer nur mit „Weißer“ gerufen zu werden.
So ging die Woche also ziemlich schnell vorüber. In zwei Wochen kommt schon Jans Familie zu Besuch für zwei Wochen. Das wird bestimmt ganz schön und wir freuen uns schon. Bis dahin geht die Arbeit in den Schulen weiter. Schaut unbedingt die Fotos an! 🙂

25.09.2015 Woche 5: Das erste Mal an den Schulen + schon wieder krank…

Die Woche, auf die wir uns so sehr gefreut hatten, verlief dann doch anders als erwartet. Am Montag waren wir bei der ersten Schule (Ndeeba Primary School). Als wir dort ankamen, war unser Ansprechpartner leider gerade nicht da. Wir mussten also für eine Weile auf ihn warten. Als er dann eintraf, haben wir über unser Programm geredet und konnten uns auf folgendes einigen: Wir sollen jeden Montag um 9.30 Uhr dort sein. Dann geben wir eine Stunde Sportunterricht. Anschließend sollen wir beim Unterricht der 6. Klasse zuschauen um zu sehen, wie in Uganda so unterrichtet wird. Danach werden wir eine Stunde Kunstunterricht geben. Um 13 Uhr können wir dann gehen. Montag wird also immer ein relativ kurzer Tag für uns in der Schule. Nachdem wir dann das Programm so festgelegt haben, wurden wir noch kurz herumgeführt und durften schließlich im Unterricht zuhören. Das war also eher ein langweiliger Tag. Wir hoffen, dass das nächsten Montag besser wird, wenn wir dann richtig anfangen mit dem Programm.

Nach diesem Montag hatten wir die Befürchtung, dass sich die Langeweile und das Rumsitzen in der nächsten Schule am Dienstag wiederholen würden. Wir wurden allerdings positiv vom Gegenteil überrascht: Als wir am Dienstagmorgen um 8 Uhr bei der Schule (Hope Primary School) eintrafen, wurden wir ganz herzlich von unserer Ansprechpartnerin in Empfang genommen. Diese hat uns dann eine kurze Tour durch die Schule gegeben, bevor wir dann zusammen in ihre 3. Klasse gegangen sind. Dort waren die Kinder total aufgeregt und ganz glücklich uns zu sehen. Die Lehrerin fragte die Schüler, ob diese unsere Namen schon wüssten. Diese antworteten immer wieder „Yes, yes!“ Wir waren dann etwas verwirrt. Woher sollten die Schüler schon unsere Namen kennen, dachten wir uns. Und dann riefen plötzlich 50 Kinder: Jan! Franzi! Das war super toll. Als dann noch ein Willkommenslied von allen folgte, waren wir echt richtig begeistert. Es waren alle also richtig auf uns vorbereitet und hatten wohl schon unsere Namen gelernt. Dieser Tag konnte nur richtig gut werden! Das wurde er dann auch. Wir waren in verschiedenen Klassen und haben ganz viele Bilder zusammen gemalt, haben aus Bananenblättern unter anderem Seile geflochten und haben dann auch noch mit Schülern über die Unterschiede im Bildungssystem zwischen Deutschland und Uganda geredet. Ein Highlight des Tages war die Frage eines Jungen der 5. Klasse: „Wenn ich nach Deutschland komme, ändert sich dann meine Hautfarbe?“ Leider mussten wir ihm die Frage verneinen. Das war wirklich toll und wir freuen uns schon sehr auf nächste Woche Dienstag. In dieser Schule wird es so sein, dass wir jeden Dienstag ein ganz anderes Programm haben. Dieses wurde aber schon von unserer sehr motivierten Ansprechpartnerin für die nächsten sechs Wochen entworfen – also machen wir uns um Dienstags keine Sorgen mehr! 🙂

Vielleicht noch eine kleine generelle Info über die Grundschulen hier: Diese gehen hier bis zur 7. Klasse und haben meistens auch noch einen Kindergarten mit auf dem Gelände. Die Klassengröße schwankt zwischen 40 und 70 Kindern (von dem, was wir bis jetzt gesehen haben). Dafür gibt es dann aber wirklich nur eine Klasse pro Klassenstufe. Also nicht 5a, 5b und 5c, sondern es sind einfach alle Schüler eines Jahrgangs in einer Klasse. Die Schulgebäude sind auch sehr anders: So gibt es hier verschiedene, kleinere Gebäude anstatt eines großen Gebäudes. Das könnt ihr auf den Bildern sehen. Die Schulen haben auch oft ihre eigenen Kühe mit auf dem Schulhof, von denen sie dann Milch bekommen.

Der Rest der Woche war leider nicht so gut. Eigentlich sollte das Programm weitergehen und wir sollten jeden Tag wieder eine neue Schule besuchen, allerdings wurden wir beide wieder krank. Das passiert hier schneller als man denkt. Aber naja, so haben wir die letzten drei Tage zuhause verbracht. Jetzt ist aber fast alles überwunden und Montag starten wir dann wieder richtig durch. Dann können wir auch von den anderen Schulen berichten.

21.09.2015 Ein wenig Abenteuer an jedem neuen Tag

Wie bereits angekündigt, ging es am Freitag mit dem Wandmalprojekt los. Um 9 Uhr morgens sollten wir dafür abgeholt werden. Aus 9 Uhr wurde dann allerdings 10.30 Uhr (african time) bis wir uns endlich auf dem Weg zu unserem „Einsatzort“ machten. Ausgerüstet mit ein paar Farben, einigen Pinseln, aber auch noch viel Planlosigkeit kamen wir bei einer Schule an. Dort war gerade Pause und unser Eintreffen war ein großes Highlight. Die Reaktionen sind jedoch unterschiedlich: Manche Kinder fixieren uns mit großen Augen an und erstarren bei unserem Anblick, andere hüpfen wild hin und her und wieder andere rufen uns zu „How are you? How are you?“. Aber wir als „die Weißen“ sind definitiv die Hauptattraktion. Agnes, die Leiterin des Wandmalprojektes, hat uns dann der Schulleiterin und einem weiteren Lehrer vorgestellt. Dann hat sie uns die Wände gezeigt, auf denen verschiedenste Zeichnungen entstehen sollen. Und ehe wir uns versahen, hatte sich Agnes auch schon wieder von uns verabschiedet – ohne eine Vorbesprechung, ohne jegliche Anleitung oder besondere Hinweise. Sie hinterließ uns dort auf dem Schulhof mit nur einer Information: „Ich bin um 16 Uhr wieder da!“ Nach einer kurzen Schocksekunde folgten wir der Schulleiterin in ihr Büro, wo sie uns dann erzählte, was sie wollte. Mit einer Karte von Ostafrika sollten wir anfangen. Diese Karte wurde uns als Vorlage im A4 Format aus einem Schulbuch gegeben. Und dann gings los. Zuerst hatten wir große Bedenken, überhaupt irgendwas aus der kleinen A4 Vorlage maßstabsgetreu auf diese große Wand zu zaubern. Aber wir haben uns schließlich an den Kästen in der Vorlage orientiert. Diese haben wir maßstabsgetreu und mithilfe eines kleinen Stück Asts auf die große Wand übertragen. War diese Vorarbeit erstmal getan, ging es besser als gedacht: Erst mit Kreide die Ländergrenzen, dann Seen und den Indischen Ozean skizzieren und dann mit Farbe nachmalen. Die Zeit verging dann echt schnell. Die Schüler waren zwar immer in den Pausen bei uns und haben unser Werk wachsen sehen, aber nach einer Weile hat uns das auch nicht mehr gestört. Wir haben zwischendurch auch super leckeres Mittagessen bekommen und so war das ein super Tag! Wir mussten zwar früher als 16 Uhr aufhören, weil wir keine blaue Farbe mehr für die Seen hatten, aber nächsten Freitag werden wir dann mit genügend blauer Farbe, viel Vorfreude und ein weniger Planlosigkeit zu der Schule zurückkommen! Unter „Bilder“ seht ihr das Ergebnis unserer bisherigen Arbeit – wir sind sehr zufrieden!

Am Samstag machten wir uns das erste Mal alleine auf den Weg nach Kampala. Das hat auch sehr gut funktioniert. Unser Ziel war das Bayimba Festival. Dies ist ein Festival auf dem jede Art von Kunst vertreten ist, die man sich nur vorstellen kann: Musik, Tanz, Malerei, Schmuck… Es gab also viele Stände mit traditionellen afrikanischen Dingen. Das war wirklich sehr nett. Auf der Bühne haben wir auch einige lokale Künstler gesehen. Wir mussten das Festival leider schon früh abends verlassen (also dann, wenn die Stimmung erst richtig anfängt), damit wir noch abends nach Hause kommen. Das war etwas schade, aber wir haben den Tag trotzdem genossen. Wir können uns jetzt schon alleine nach und in Kampala bewegen – das ist auf jeden Fall ein Erfolg!

Am Sonntag sind wir mit Steven (einem weiteren Betreuer) früh morgens aufgebrochen um einen Ausflug zu Wasserfällen des Nils zu machen. Nach einer langen Fahrt zu dritt auf einem Motorrad sind wir dann endlich angekommen. Aber die Fahrt hat sich wirklich gelohnt. Atemberaubend schnelle und starke Strömungen des Nils: Das war wirklich schön! Dazu kann man eigentlich nicht viel sagen – wir haben in Bildern versucht, dieses kleine Naturwunder festzuhalten! Dort und auf dem Weg nach Hause sind wir allerdings noch sehr spannenden (für uns neuen) Tieren begegnet: Einen Affen haben wir in einer Baumkrone gesehen, dann noch eine sehr grüne (angeblich sehr gefährliche) Schlange und auf dem Heimweg sind wir einem sich sonnenden Krokodil begegnet. Das war spannend! Davon haben wir leider keine Bilder, denn diese Tiere haben immer schnell das Weite gesucht. Wenn wir nächsten Mal dorthin zurückfahren, wollen wir dort auf dem Nil „Wildwasser- rafting“ machen/versuchen!

Heute hat unsere Arbeit an den Schulen begonnen – wir sind gespannt wie diese Woche laufen wird!

17.09.15 Strom oder Gas oder Geld – oder nichts von allem?

Die letzten Tage haben uns nochmal so richtig auf die Probe gestellt. Wir denken, diese Phase ist vielleicht so etwas wie ein finaler Aufnahmetest: Wie viel halten sie wirklich aus? Was braucht man wirklich zum Leben? Aber fangen wir mal ganz von vorne an:

Alles begann damit, dass wir hier in Kayunga zum Geldautomaten gegangen sind, um wieder Bargeld an uns zu haben, welches nämlich langsam knapp wurde. Mit Karte zahlen ist hier nicht. Also brauchten wir Geld um unseren Wocheneinkauf zu machen. Wir waren naiv zu denken, dass alles so klappt, wie wir das wollten. An drei verschiedenen Geldautomaten kam zwar unsere Karte wieder raus (was auch nicht immer so ist), aber dafür kam kein Geld. Das war blöd. Man sagte uns, die Geldautomaten seien gerade kaputt (zumindest die VISA Funktion). Das komme wohl öfter vor. Mit unserem letzten Bargeld haben wir schließlich ein Toastbrot für den nächsten Morgen gekauft. Wir gingen also nach Hause und überlegen uns, was wir zu Abendessen machen können – von dem, was wir noch im Haus hatten. Eine Möhrensuppe sollte es werden. Kaum kamen wir nach Hause, wurde auch das zum Problem: Wir hatten Stromausfall. Das heißt, wir konnten die Möhren nach dem Kochen nicht zu einer Suppe pürieren. Dadurch ließen wir uns allerdings nicht entmutigen. Wir mussten also improvisieren. Unsere Idee: Die Möhren schon ganz klein raspeln und dann ganz lange kochen. Dann musste es ja irgendwann zu einer suppenartigen Konsistenz kommen. Wir dachten uns: Das muss nur lange genug kochen. Was konnte da schon passieren? Falsch gedacht. Nach einiger Zeit wurde plötzlich das Gas immer schwächer. Wir versuchten, es höher zu stellen, doch unsere dunkle Vermutung hatte sich bewahrheitet: Das Gas war alle. Also saßen wir nun hier ohne Geld, Gas, Strom und einer halbfertigen Möhrenpampe. Aber wir mussten eher ziemlich lachen über unsere missliche Lage. Jetzt konnte es wirklich nur noch besser werden!

Den ganzen nächsten Tag hat sich noch nichts verändert und wir mussten also lernen, über dem Feuer zu kochen. Das ist erst ungewohnt, aber letztendlich nicht viel anders als mit einem Gasherd zu kochen. Das Wochenende war also insgesamt etwas zäh und mit vielen Hindernissen. Diese konnten wir aber alle mehr oder weniger gut meistern. Und dann wurde alles besser: Nach ca. 26 Stunden hatten wir wieder Strom. Die Geldautomaten hatten wohl beschlossen wieder zu funktionieren, also hatten wir dann auch wieder Geld. Und einer unserer Mentoren, James, hat sich um das Befüllen der Gasflasche gekümmert. Jetzt ist alles wieder so wie vorher und sogar noch besser: Wir hatten endlich das langersehnte Treffen mit den Schulleitern der Schulen, in den wir arbeiten werden. Und nun haben wir endlich unseren Wochenplan aufgestellt:

Montags: Ndeeba Primary School

Dienstags: Hope Primary School, Beginn 8.00 Uhr

Mittwochs: Gospel Valley Primary School, Beginn 10.00 Uhr

Donnerstags: St. Francisca Primary School, Beginn 9.00 Uhr

Freitags: Wandmalprojekt mit Agnes, Beginn 9.00 Uhr

Also besuchen wir von Montag bis Donnerstag jeden Tag eine andere Grundschule. Wie unser Programm dort genau aussieht, müssen wir herausfinden, wenn wir dort sind. Dann sehen wir, was gut funktioniert und was nicht. Wahrscheinlich wird es aber auf folgende Tätigkeiten hinauslaufen: Kunstunterricht gestalten, Sportunterricht leiten, in der Küche helfen, Hilfe bei der Essensausgabe beim Mittagessen, Hilfe mit den Computern, Vorlesen von englischen Geschichten usw. Wir werden wahrscheinlich gegen Mittag oder frühen Nachmittags dann jeweils nach Hause gehen. Wir werden berichten, wie die Projektarbeit dort läuft.

Am Freitag sind wir dann mit Agnes unterwegs. Sie ist selber Lehrerin und ist zusätzlich noch die Leiterin unseres Wandmalprojektes. Sie wird uns also jeden Freitagmorgen abholen und wir fahren an verschiedene Schulen, um dort z.B. Landkarten an die Schulwände zu malen.

Zusätzlich wird sich noch ein Nachmittag finden, an dem jeder von uns in ein Berufsfeld reinschnuppert, das er sich später für sich vorstellt. Jan wird also eventuell in einer „garage“ (einer Werkstatt) helfen und ich (Franzi) begleite einen befreundeten Arzt im Krankenhaus und sehe, wie ein Krankenhaus hier funktioniert. Darauf freuen wir uns beide auch sehr! Wir sind grundsätzlich sehr glücklich, dass nun endlich ein konkretes Programm aufgestellt worden ist. Wie das dann in der Praxis läuft, wird sich zeigen. Das Programm kann auch noch verändert und angepasst werden, je nach dem, was gut funktioniert und was eher nicht oder worauf wir noch Lust haben.

Nach dieser Phase ohne Geld, Strom und Gas sind wir gespannt, was uns noch so alles auf uns zukommen wird. Das war aber schon ein ziemlicher Test. Wir waren aber über die gesamte Zeit mehr amüsiert, als wirklich geschockt. Man passt sich eben an. Eine andere Wahl hat man sowieso nicht. Ich würde also sagen, wir haben den Test bestanden! Freitag geht es dann los mit dem Programm und wir sind mehr als bereit.

12.09.15 Farm & Farewell

Wir sind nun schon ganze drei Wochen hier und haben uns schon sehr gut eingelebt. Wir haben uns daran gewöhnt, dass es kein Fließend Wasser gibt und dass hier in Uganda alles etwas länger dauert. Das Meeting mit den Schulleitern hat immer noch nicht stattgefunden und wir sind gespannt wann es soweit ist. Sonst sind die letzten Tage ruhig verlaufen. Da wir immer noch kein Wasser aus dem Hahn kommt haben wir uns eine Dusche gebaut und wir sind sehr stolz darauf! 😀

Am Mittwoch haben wir Bruhan besucht. Er ist ein Bauer und hat eine relativ große Farm. Sein Sohn hat uns herumgeführt und uns gezeigt, was es so zu sehen gibt. Es ist erstaunlich was man mit den einfachsten Techniken alles bauen kann und wie zum Beispiel die Wasserversorgung der Tiere funktioniert. Bruhan hat auf seiner Farm ca. ein duzend Kühe, einen Esel, Ziegen, Hühner, Gänse, Truthähne und einige Fischzuchtbecken in die ca. 15000 Fische passen. Am meisten Aufmerksamkeit hat ein junges Kalb von uns genossen. Leider hatten wir unsere Kameras nicht dabei, aber wir werden die Farm noch einmal besuchen und die Fotos nachträglich hochladen. Wir verbrachten den gesamten Tag auf der Farm und bekamen dort reichlich zu essen und viele Geschenke zum Mitnehmen. Es gab geröstete Erdnüsse, Matoke (Kochbanane), Posho (ein Gemisch aus Maismehl und Wasser), Bohnen, Orangen, Zuckerrohr, Guavas und vieles mehr. Alles aus seinem eigenen Anbau. Am Abend entdeckten wir, dass wir das erste Mal einen richtigen Sonnenbrand bekommen hatten. 😀

Am Donnerstag besuchten wir mit Daniel zwei Schulen, in denen wir hauptsächlich arbeiten werden und stellten uns dort den Schulleiten vor. Danach hat und Daniel noch zum Mittagessen bei Klaus eingeladen. Klaus ist ein Deutscher aus Witzenhausen, der jetzt seit beinahe 30 Jahren hier in Kayunga lebt und ein eigenes Restaurant eröffnet hat.

Nachmittags haben wir den ersten Versuch gestartet, selbst Brot zu backen… Das Feuer sah super aus! 😀 Nur das Brot war etwas schwarz und steinhart. 😛 An unseren Backkünsten müssen wir also noch arbeiten!

Am Abend hat Yusuf seine Farewell Party gefeiert, da er am Freitag nach Deutschland geflogen ist. Wir haben Yusufs Freundeskreis kennengelernt und neue Freundschaften geknüpft. Die Feier war sehr schön und wir vermissen ihn jetzt schon ein bisschen, wünschen ihm aber alles Gute und ein erfahrungsreiches Jahr in Deutschland.

09.09.2015 „african time“

Die letzten Tage verliefen relativ ruhig. Obwohl die Schule für die Kinder hier bereits angefangen hat, haben wir immer noch kein genaues Programm geplant (Also konkret: Wann sind wir an welcher Schule? Was können wir dort unternehmen? Was funktioniert aus Erfahrung gut? Wie sieht unser Wochenplan aus?). Wir müssen uns dazu mit all unseren Betreuern und Projektleitern zusammensetzen. Dies scheint allerdings leichter gesagt, als getan: Seit über eine Woche wird von diesem Treffen geredet, aber dazu gekommen ist es noch nicht. Das ist dann wohl die „african time“, die wir kennenlernen. Hier in Afrika passiert alles etwas langsamer und gelassener. Auch ist es nicht ungewöhnlich, wenn jemand eine ganze Stunde zu spät zu einer Verabredung kommt. Diese extreme Gelassenheit ist hier Normalität und gehört zur Tagesordnung. Das ist für uns, die die deutsche Pünktlichkeit gewohnt sind, noch ein wenig ungewöhnlich. Aber es dauert sicher nicht mehr lange, bis wir selber die „african time“ verinnerlicht haben.

Wir haben uns also in der Freizeit unserem Kompostprojekt gewidmet. Wie schon zuvor berichtet, planten wir einen Kompost in unserem Garten anzulegen und somit mit gutem Beispiel voranzugehen. Dieser Kompost ist nun fast fertiggestellt. Er erregt unter den Kindern hier auch schon ein gewisses Aufsehen. Viele Kinder haben uns auch beim Bauen des Komposts mit großen Fragezeichen in den Augen zugeschaut. Ein Haufen nur mit organischem Abfall – das ist neu hier! Wir sind jedenfalls sehr stolz. Schaut bei den Bildern vorbei, damit ihr ihn ansehen könnt.

Am Wochenende waren wir mit Yusuf in Kampala (der Hauptstadt Ugandas) unterwegs. Er hat uns das Nachtleben Kampalas gezeigt. Wir haben seinen Bruder und ein paar Freunde getroffen und sind so in einer kleinen Gruppe von Bar zu Bar gezogen. Dabei hatten wir wirklich viel Spaß! Weil wir nicht am gleichen Abend noch die Fahrt nach Kayunga zurück (ca. 2 Stunden) antreten wollen, haben wir die Nacht in Kampala verbracht und sind am nächsten Tag zurückgefahren! Das Partymachen hier in Uganda ist viel ausgelassener, als in Deutschland. Man merkt definitiv, dass die Afrikaner Rhythmus im Blut haben und so wurde sehr viel getanzt. Wir als Weiße wurden während des gesamten Abends besonders angeguckt. Da ist es immer gut, eine Gruppe von Leuten um sich zu haben, die sich auskennt und uns immer hilft. Aber das hatten wir ja und so konnten wir den Abend richtig genießen!

Wir sind sehr gespannt, was diese Woche für uns bereithält. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden. Ein kurzes Update zum Wetter: Die Sonne brennt heiß bei 30 Grad und es hat bis jetzt in der gesamten Zeit, die wir schon hier sind, gerade mal dreimal geregnet.

Bis bald und wärmende Grüße nach Deutschland!

01.09.2015 Strom oder Wasser?

Das Wochenende war für uns beide leider nicht so schön, wir waren beide richtig krank. Am Freitagabend hat ein Freund für uns gekocht und hat das Leitungswasser, was er zum Kochen benötigte, wahrscheinlich nicht abgekocht. Das gefällt dem europäischen Magen gar nicht. Wir waren beide sehr schwach und konnten uns drei Tage lang praktisch nicht weit von unserem Bett wegbewegen. Es kamen allerdings immer ganz viele Leute vorbei, um nach uns zu schauen. Die Nachricht, dass die beiden Freiwilligen krank sind, hat sich hier im „Buschfunk“ sehr schnell verbreitet. Aber um das Elend perfekt zu machen, fiel in dieser Zeit auch noch Strom und Wasser aus. Das war echt nicht schön. Abends mussten wir uns also mit Öllampen behelfen und einen Wasservorrat in Kanistern haben wir sowieso immer im Haus.

Die Krankheit haben wir inzwischen beide überwunden. Wir sind wieder komplett fit und auf den Beinen! Unser Mentor sagte uns, dass wir uns nach einem Monat an alles gewöhnt haben und nicht mehr krank werden. Da bin ich mal gespannt!

In der Zeit ohne Strom und Wasser haben wir ganz klar unsere Prioritäten festgelegt: Wenn wir uns eins von beiden aussuchen müssten, hätten wir auf jeden Fall lieber fließend Wasser, als Strom. Tja, so wie das Schicksal spielt, ist es jetzt genau andersherum: Der Strom ist wieder da, das fließend Wasser noch nicht. Das wird wohl noch ein bisschen auf sich warten lassen… Jetzt bekommen wir das Wassern in großen 20 Liter Kanistern vom Brunnen aus der Stadt zu uns geliefert. Also wir haben zwar Wasser, es kommt nur nicht aus dem Wasserhahn. Aber naja. Wir passen uns an und lernen mit nur 3 Litern Wasser zu duschen – und es funktioniert! J

In einer Woche geht hier die Schule für die Kinder los. Gestern waren wir schon an verschiedenen Schulen um uns dort die verschiedenen Wandmalereien anzuschauen, an denen wir auch weiter malen werden. Das sind meistens Karten von Uganda und den Nachbarländern, ganz Afrika oder der ganzen Welt. Es sind aber auch verschiedenste Zeichnungen aus dem Bio- oder Matheunterricht.

Die letzten Abende verbringen wir viel Zeit mit Yusuf (der, der bald für ein Jahr nach Deutschland kommen wird). Er zeigt uns ugandisches Bier und wir bringen ihm das deutsche „Prost“ beim Anstoßen bei! Er freut sich sehr auf Deutschland und ist sehr gespannt. Die Zeit, die er noch hier ist, erzählen wir ihm so viel wie möglich über Deutschland und er uns so viel wie möglich über Uganda.

Jetzt bauen wir unseren eigenen Kompost im Garten. Im Gegensatz zu fast allen Menschen hier, wollen wir unseren gesamten Müll (Plastik, Papier und grüner Müll) nicht auf einem großen Haufen im Garten verbrennen. Wir gehen also mit guten Beispiel voran und vielleicht bemerkt ja jemand unsere Idee der Mülltrennung J

Viele von euch haben bestimmt schon bemerkt, dass in der Rubrik Bilder noch keine neuen Fotos dazugekommen sind. Auch daran wollen wir arbeiten. Nach Wasser und Strom ist Internet im Moment auch nicht hundertprozentig sicher. Aber sobald wir können, laden wir welche hoch!

Bis ganz bald, Grüße nach Deutschland!

28.08.2015 Marktgetümmel und Wäsche waschen

Wir haben in den vergangenen Tagen wieder einen Haufen Leute kennengelernt. Gemeinsam mit Daniel (unserem anderen Betreuer) sind wir in das Rathaus, genannt „Town Council“, gegangen und wir wurden jedem einzeln vorgestellt, das heißt wir wurden wieder um die 100 mal willkommen geheißen und  mussten uns genausooft vorstellen. Anstrengend! Aber die Menschen hier sind alle sehr nett und es macht auch Spaß sie kennenzulernen und einen Einblick in ihr Arbeitsleben zu bekommen. Wir wurden auch bei der Polizei vorgestellt, damit auch sie wissen das wir jetzt für ein Jahr hier sein werden. Achja jeder der hier einen Rang oder Namen hat, hat ein Gästebuch, in das sich die Besucher eintragen – wird mit der Zeit auch nervig 😀 – Nachdem wir gefühlt die gesamte Stadt kennengelernt haben sind wir das erste mal einkaufen gegangen und es hätte alles geklappt, wenn da nicht das Problem mit dem mobilen Internet gewesen wäre…

Wir gingen in einen Handyshop und fragten nach mobilem Internet, wie wir es bekommen können und wie viel es kosten würde. Die Verkäuferin schaute uns an und verstand gar nichts. Nach einem kurzen hin und her kramte sie etwas aus der Schublade und zeigte es uns. Es war sogenannte „Airtime“ wir fragten sie ob wir damit Internet bekommen würden, aber wir verwirrten sie nur noch mehr. Also kauften wir die Airtime einfach und hofften es ist das richtige. Später trafen wir Yusuf und er erklärte uns das Prinzip der Airtime. Airtime ist eine Virtuelle Währung mit der du dann per Handy alles mögliche kaufen kannst unter anderem mobiles Internet für eine bestimmte Zeit. Es ist vergleichbar mit Paypal oder ähnlichem.

Am Mittwoch haben wir den Markt besucht. Er ist riesig und überall sind Menschen. Es scheint so als ob die gesamte Stadt auf dem Marktplatz ist. Es wird alles verkauft von Lebensmittel über Kochutensilien, Klamotten, Spielzeug bis hin zu traditioneller Handwerkskunst. Wir kauften dort etwas Gemüse und Obst und aßen noch ein „Rolex“ das ist eine Art herzhafter Pfannkuchen mit Rührei. Es war sehr lecker. Die Ananas hier ist Mega! So süß und saftig!

Am Abend waren wir bei Yusuf eingeladen, er kochte für uns, wir tranken Ananaswein, er erzählte uns viel über Uganda, wir ihm über Deutschland. Der Abend war sehr schön. Bilder könnt ihr wieder unter der Kategorie Fotos sehen. 😀 Yusuf ist der erste Freiwillige, der aus Kayunga für ein Jahr nach Deutschland kommt. Voraussichtlich wird er in ca. zwei Wochen nach Deutschland reisen.

Womit wir uns auch in den letzten Tagen beschäftigt haben, ist das Wäsche waschen mit der Hand. Frei nach dem Motto „Dabei kann man ja nicht so viel falsch machen“ haben wir einfach unsere schmutzigen Sachen in heißes Wasser gegeben und mit Seife ordentlich geputzt. Mit den Handtüchern, Waschlappen und Putzlappen ging es los. Leider hat sich das Gegenteil unseres Mottos bewiesen: Ohne nachzudenken haben wir einfach blaue Kernseife benutzt. Das Ergebnis: Alles aus diesem Waschgang war danach blau. Schade! Zum Glück kamen unsere Klamotten erst im zweiten Waschgang dran. Da waren wir dann schlauer und haben ein weißes Waschpulver genommen. Da hat alles gut funktioniert. Aber der gesamte Prozess des Waschens mit der Hand ist ziemlich anstrengend. Ein Hoch auf den genialen Menschen, der die Waschmaschine erfunden hat!

Bis bald mit lustigen Berichten. 🙂 Liebe sonnige Grüße aus Kayunga!

24.08.2015 Die ersten drei Tage in Uganda!

Am Samstagnacht sind wir nach einem sehr langen Flug von ca. 8 Stunden endlich in Entebbe, dem Internationalem Flughafen in Uganda, angekommen. Es war ziemlich schwül. Und wir waren erstmal ein bisschen verloren und wussten nicht genau, wo wir hin müssen. Aber sobald wir aus dem Flughafen heraustraten, sahen wir schon unseren Mentor James mit einem Schild mit unseren Namen. Die Begrüßung war sehr herzlich und uns wurde sofort unser vieles Gepäck abgenommen und im Auto verstaut. Dann ging die Fahrt nach Kayunga los. Ich (Franzi) war allerdings so müde, dass es nicht lange gedauert hast, bis ich geschlafen habe und von der Fahrt nichts mehr mitbekommen habe. Dass ich auf dieser Fahrt überhaupt schlafen kann, war laut Jan ein großes Wunder. Es gibt hier auf den Straßen nämlich sogennante „Speed Humbs“. Das sind ziemlich hohe Bremshügel auf der Straße, die einen eigentlich zwingen sollten, langssamer zu fahren. Das scheint aber nicht so zu funktionieren und es brettern einfach alle Fahrer mit ungebremster Geschwindigkeit über diese Bremshügel. Das hat zur Folge, dass man im Auto ungewollt oben unter das Dach geworfen wird. Es war also eine sehr, sehr stürmische Fahrt. Nach zwei oder drei Stunden sind wir dann endlich in dem Partnership House angekommen, was wir von nun an unsere ugandische Heimat nennen dürfen.

Der erste richtige Tag war sehr aufregend. Wir konnten uns nun alles bei Tageslicht anschauen. Es ist alles sehr grün hier und die Wege sind ziemlich staubig. Aber die Sonne macht ein wunderschönes Licht, besonders zur Abenddämmerung. Unser Mentor James hat uns ein wenig herumgeführt und uns verschiedenen Leuten vorgestellt. Was wir daraus mitnehmen: Wir sind immer „Most welcome“! Alle Menschen, die wir bis jetzt getroffen haben, empfangen uns mit sehr offenen Armen und sind unglaublich nett! Den ersten richtigen Tag haben wir außerdem dazu genutzt, unsere Koffer auszupacken und uns hier im Haus richtig einzurichten. Dieses Einrichten im Haus hatte leider auch eine eher unschöne Seite: Wir haben viele Kakerlaken getroffen. Die meisten waren zwar schon tot, aber es gab auch noch ein paar lebende, die wir gefunden haben. Und jetzt wissen wir: Umgedrehte Tassen, die im Badezimmer auf dem Boden stehen, dreht man besser nicht um. Damit haben unsere Vorgängerinnen die Kakerlaken gefangen und ca. zwei Wochen stehen lassen, bis sie in der Tasse sterben. Nach einer sehr langen Putz- und Kakerlakenzerstörungsaktion ist jetzt aber erstmal alles richtig schön sauber 🙂

Ein weiteres Highlight war der Tagestrip nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas.Von uns aus, kann man mit einem großen Taxi, wo 14 Leute reinpassen sollen (Wir haben allerdings gestaunt, als noch mehrere Leute zustiegen, als eigentlich schon alle Plätze besetzt waren. Kurzzeitig waren wir 18 Leute.) direkt nach Kampala fahren. Die Fahrt dauert ca. 1,5 Stunden und kostet umgerechnet ca. 2 Euro. Genrell ist alles extrem billig hier! In Kampala angekommen, waren wir beide ziemlich überwältigt. Eine riesen Stadt, so viele Menschen, so viele Autos, so wenig Ordnung. Die Autos fahren wirklich einfach wo sie möchten, es gibt nämlich keine Spurmakierungen. Zwischen den vielen Autos quetschen sich dann noch kleine Bodas (kleine Motorräder-Taxis) hindurch, um das Chaos perfekt zu machen. Es gibt auch keine Zebrastreifen und ich habe auch nur eine einzige Ampel in ganz Kampala gesehen. Kurz gesagt: Der Vekehr und vorallem das Überqueren der Straßen als Fußgänger ist ein purer Überlebenskampf.

Die ersten drei Tage hier in Uganda waren also sehr aufregend für uns. Es gibt zwar auch sehr viele unschöne Seiten (viel Armut, viel Dreck, Plastik, was einfach so herumliegt usw.), aber generell ist es eher positiv überwältigend für uns in den ersten Tagen. Die Menschen, die wir kennengelernt haben, sind wirklich toll und wir sollen uns nur melden, wenn wir was zusammen unternehmen wollen. Was uns auch sehr gefällt, ist die ständige Musik. Es läuft wirklich immer Musik in der Nachbarschaft und alle sind draußen.

Guckt auch unbedingt unter der Kategorie ‚Bilder‘. Dort findet ihr, wie der Name schon sagt, Bilder von den ersten Tagen. Viel Spaß beim Anschauen.

Ihr hört bald wieder von uns, liebe Grüße von Jan und Franzi!

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5 Kommentare

5 Gedanken zu „Berichte

  1. Edith Nagel

    Hallo Franziska, mit großer Freude habe ich deinen ersten Bericht gelesen.
    Ich freue mich so sehr für dich dass du all diese schönen und spannenden Dinge erleben kannst..
    Ich wünsche dir dass du jeden Tag tolle ,neue Erfahrungen machst und dich in deinem neuen
    Wirkungskreis einbringen kannst, so wie es dein Wunsch ist.
    Ich denke immer an dich, liebe Grüße, Oma Edith.

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  2. Hi Franzi, wünsche Dir und auch Jan alles Gute. Solche speziellen Erfahrungen, bei mir war es die Transalp Challenge, aber auch Unglücke, wie mein schwerer MTB-Sturz, formen den Charakter. Werde den Blog mit Spannung weiterverfolgen. Beste Grüße

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  3. Steffi Senhen

    Hey Franzi, Euer Blog ist super- so können wir immer verfolgen, was Ihr so macht. Euer Kompost ist echt toll, Ihr werdet sicher noch mehr „Erfindungen“ machen. Für uns ist es echt spannend, Dich in so einem ungewohnten Umfeld zu sehen. Ganz liebe Grüße aus der Heimat, Deine Seeburger!

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  4. Anja

    Hallo Jan, super, dass man über den Blog Deine/ Eure Zeit in Uganda miterleben kann. Freue mich schon darauf was Ihr alles erleben werdet. Liebe Grüße Anja

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  5. Jakub Mikos

    Hey Jan, Endlich kam ich mal wieder dazu dein Überlebenshandbuch ich meine deine Berichte zu lesen. Ich find toll wie ihr euch nicht von den Problemen entmütigen lässt sondern sie als Herrausforderung betrachtet ^^. Cool ist es auch das du die möglichkeit hast in einer Werkstatt zu arbeiten. Bei regelmäßigen Stromausfällen würde ich raten dir ein Erdloch zur Notkühlung von dem Insulin anzulegen vielleicht kombiniert mit einer Kühltasche lässt sich was machen. Ansonsten wünsche ich dir noch viel Spaß und hoffe mich öfter per WhatsApp bei dir melden zu können ^^. Herzliche Grüße aus Deutschland Jakub.

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